Zum Ätna Nord, Rifugio Citelli

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Catania haben wir vor Jahren schon einmal besucht, wir fahren zügig auf der gut ausgebauten Autobahn drum herum, um gleich danach über Zafferana Etnea in Richtung Ätna abzubiegen. Der Ort liegt sehr schön am Osthang des Vulkankegels mit einer großen Piazza, die sich zum Meer hin öffnet. Ein sehr schönes Plätzchen!

An besagter Piazza gibt es natürlich mehrere Cafés und wir werden angezogen von leckersten Auslagen - schon rein optisch ein Augenschmaus! Wir schaffen zu zweit eine riesige Teigtasche mit Ricotta gefüllt - ein Gedicht! Mit zwei Runden Espresso „outen“ wir uns zwar als Deutsche, machen den Barista aber stolz.

Wir versorgen uns noch mit frischem Brot und weiter geht es zu einem Campingplatz. Leider für immer geschlossen. Auch egal, unsere Wasserreserven reichen noch für drei Tage. Also gleich weiter zum Rifugio Citelli, insgesamt 1700 m Höhenunterschied! Unser Motörchen wird von den zwei Turboladern kräftig beatmet, holt einmal tief Luft, bläst die Backen auf und wuchtet die 5 Tonnen den Berg hoch. Die Italiener lieben das Auto schon deswegen, weil Iveco drauf steht: „Bella Macchina!“.

Während einer ersten Wanderung tauchen wir gleich ein in die besondere Welt rund um den Vulkan. Der Ätna hat erst vor 3 Wochen am 13.4. 2013 eine größere Portion Asche ausgespuckt und diese recht ungleichmäßig verteilt. Mal sind Bäume komplett ohne Blätter und dünnere Äste, mal ist nur der Boden mir einigen Zentimetern von schwarzem Pulver bedeckt. Heike macht unverhofft Bekanntschaft mit einer ganz besonderen Gefahr am Ätna: plötzlich bricht sie knietief ein! Der Boden war eigentlich eben und fest, aber die frische Asche hatte eine größere Schneewehe zugedeckt. Dieser Schnee ist nun langsam geschmolzen und der entstandene Hohlraum hat nachgegeben. Nichts passiert, aber so etwas kann auch böse ausgehen. Das Gestein ist jedenfalls stark zerklüftet und die Kanten messerscharf.

Schön gefallen haben uns die schneeweißen mehrstämmigen Birken, die einen schönen Kontrast zu der pechschwarzen Lava bilden. Sattgrüne Kiefern runden die Szenerie ab.

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Birken entlaubt und entastet vom letzten Ascheregen Mitte April.                 Zuck, und schon ist man bis zum Knie eingebrochen.

Während der Wanderung entdecken wir auch ein Plätzchen für die Nacht in einem Wald nur einige Kilometer entfernt. Zwar etwas schräg, aber ansonsten wunderbar gelegen. Mit unserer Luftfederung können wir bis zu 5 % Neigung ausgleichen, das reicht uns an diesem Abend nicht. Dennoch, niemand fällt aus dem Bett und der Wasserkessel bleibt am nächsten Morgen auch auf dem Herd stehen.

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Das war auch einmal in Brusthöhe ...                                                          Gegen Abend kommt eine interessante Lichtstimmung auf.                                                      

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Die frische Ascheschicht schieben wir mit dem Fuß beiseite. Man erkennt, dass sie hier nur wenige Zentimeter dick ist und schon bahnen sich die ersten Pflanzen ihren Weg.


zum Ätna Höhenprofil
zum Ätna


Höhenprofil unserer Fahrt bis hoch in den Naturpark auf 1700 m.  Anfahrt zum Ätna: mit über 100 km eine der längeren Etappen.

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