Selinunte, Caltabellotta und Capo Bianco

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Wir fahren die Küste entlang in Richtung Südosten bis zu den Ausgrabungen bei Selinunte und der Akropolis dort, der alten Stadt auf dem Berg. Die schieren physischen Dimensionen der Bauwerke und auch ihrer Bauteile sind überwältigend. Ich habe Bilder ausgewählt, auf denen auch Heike als „Maßstab“ zu sehen ist, damit man eine Vorstellung von den Abmessungen bekommt. Diese Teile wurden bereits 600 v. Chr. aus dem Stein gehauen, transportiert und zu Tempelanlagen aufeinander geschichtet. Eine enorme Leistung der Griechen, die offensichtlich die Idee und das Know-how hatten, und vor allem auch ihrer Kriegsgefangenen, die die „eigentliche“ Arbeit erledigt haben!

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                                                                                        Blick hinüber zur Akropolis

Besonders beeindruckend ist auch, den Steinbruch Cave di Cusa für diese Tempelanlagen zu besuchen. Als wenn gestern erst die Arbeit eingestellt wurde, stehen hier noch die Säulen teilweise bereits aus dem Fels heraus geformt, aber noch fest damit verbunden. Rund um die Säule führt ein Gang, gerade so breit, dass ein Arbeiter darin hantieren konnte. So wurde der Monolith aus dem Berg geformt.

Wetterinformationen sind interessant nicht nur für die Planung der Reise und Aktivitäten, sondern auch wichtig unter Sicherheitsaspekten. In einer Wohnkabine lebend ist man den Elementen unmittelbarer ausgesetzt als in einem gemauerten Haus. Andererseits haben wir den Vorteil der Mobilität. Aber geschickt den Wetterunbilden ausweichen zu können, erfordert ebenfalls aktuelle Informationen. Über unser Abonnement bei der MeteoGroup erhalten wir also tatsächlich eine Sturmwarnung: Windstärke 8! Der Himmel verfinstert sich, aber das sind keine Gewitterwolken, so sieht ein Sandsturm aus! Bereits das Vorspiel wird optisch sehr beeindruckend. Wir ziehen uns von der Küste vorsorglich einige Kilometer ins Hinterland an eine geschützte Stelle zurück. Nachts um 4 Uhr ist es dann so weit. Wir wachen auf, weil die Kabine vom Sturm mit kurzen heftigen Impulsen durchgeschüttelt wird. Allerdings hatten wir auf einer Passhöhe im Jotunheimen NP/Norwegen schon ganz anderes erlebt. Damals habe ich das Auto „in den Wind“ gedreht, weil ich Angst hatte, dass es einfach umkippt. Aber auch dieses mal ist der Schlaf etwas unruhiger. Am nächsten Morgen ist alles vorbei und die Temperatur um 10 Grad gestiegen, lediglich die wenigen Regentropfen enthalte noch 50 % Sahara-Sand. Das sieht man dem Auto bis heute an.

Wir fahren von der Küste eine halbe Stunde ins Land zu Caltabellotta, einem schönen authentischen Ort, der sich malerisch an eine Felsnadel schmiegt. Wir schlendern durch das Städtchen, werden von den freundlichen Einwohnern gegrüßt und versuchen durch das Wirrwarr von winzigen Gassen, für die es keine Karte mehr gibt, unseren Weg nach oben zu finden. Dabei kommen wir an einem kleinen Café vorbei und setzen uns zu den Männern, die hier ihren Plausch abhalten. Espresso und Cornetto sind wieder vorzüglich. Caltebelotta wird offensichtlich größtenteils von Einheimischen bewohnt, es gibt nur sehr wenige Ferienwohnungen. Alles ist nett hergerichtet, es gibt Leben auf der Straße und das gesamte Ambiente hat uns sehr gut gefallen.

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 Oft ist schleierhaft, wie die Autos überhaupt an ihrem Parkplatz hin gekommen sind; auch die „Parkordnung“ ist sehr kreativ!








Unser Rother Wanderführer Sizilien enthält eine Tour entlang der Steilküste zu einem Kreidefelsen Capo Bianco und dort entdecken wir das Paradies! Eine 4 km lange sichelförmige Bucht öffnet sich nach Süden, gesäumt von einem traumhaften Sandstrand und dahinter einem schmalen Pinienwald. Wir finden einen schattigen Platz direkt am Strand und bleiben spontan bis es „langweilig“ wird - drei Tage dauert das. Während dieser Zeit erkunden wir unsere Bucht nach links und nach rechts, genießen die Szenerie, liegen am Strand und Mutige können auch schon ins Wasser. Die Wassertemperaturen sind so wie an der Ostsee im Hochsommer.

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Auf dem Weg zum Kap entlang der Steilküste.                                                                                     Es wird enger ...

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… und da müssen wir vorbei!    Geschafft - dank einer Felsspalte, aber es kommt eine Welle im falschen Augenblick. Das macht zwei Paar Wanderschuhe voll Salzwasser.

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Von den Tagen am Strand gibt es noch soo viele schöne Fotos …


Um die Übersicht nicht zu verlieren, unsere 5-Tages-Strecke um das westliche Ende von Sizilien an die Südküste:

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