Syracus

Nach so viel Natur freuen wir uns auf Syrakus. Immerhin war diese Stadt in der Antike mehrere Jahrhunderte lang einflussreicher als Athen! Wenn man sarkastisch wäre, könnte man sagen, dass das heute auch wieder so ist ... aber das wollen wir ja nicht. Die eigentliche Altstadt liegt komplett auf der Halbinsel Ortigia, die man über die Ponte Nuovo, die neue Brücke, erreicht. Gleich am Anfang des Stadtrundganges folgen wir nicht dem Touristenstrom, sondern nehmen eine Seitenstraße links. Oh weh, das sieht schlimm aus! Jede Menge verlassene und verfallene Häuser und auch Ansammlungen finsterer Gestalten. Insgesamt eine Gegend, die man nicht im Dunkeln betreten möchte. Wir irren durch extrem enge Gassen bis wir am Meer wieder rauskommen. Irgendwo dort finden wir auch die Touristenmeile wieder und sind fast froh. Zumindest gibt es dort einen Espresso, der Koffeinspiegel war schon ziemlich stark abgesackt. Anschließend reihen wir uns artig in den Strom der Besucher ein und entdecken tatsächlich sehr schöne Straßenzüge und Plätze. Der Dom, wieder im Barockstil, ist wirklich eine Besonderheit. Die Ursprünge des Bauwerkes basieren auf einem antiken Athene-Tempel mit dorischen Säulen. Diese hat man in den Kirchenbau geschickt einbezogen und auch als ganze Säulen von einem Erdbeben verrückt wurden, hat man kreative Lösungen gefunden. Es gibt wahrscheinlich kein zweites Bauwerk, in dem so viele unterschiedliche Stilepochen vertreten sind. Insgesamt ist Syrakus eine beeindruckende Stadt, aber zwischen der Pracht des Altertums und übelsten Gassen liegen weniger als 50 Meter!

Bereits vor unserem Stadtrundgang haben wir die Ausgrabungen im Archäologischen Park vor den Toren der Stadt besichtigt. Dort gibt es das Griechische Theater, Teatro Greco. Es ist schon eine Meisterleistung, wie das Halbrund der Zuschauerränge mit einem Durchmesser von 140 m aus dem Fels geschlagen wurde 

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und so eine natürliche Arena ergibt, harmonisch eingebettet in die Landschaft. Im Altertum wurden dort viele antike Dramen uraufgeführt und auch heute noch finden Theatervorführungen statt. Gerade laufen die Umbauten für die aktuelle Sommersaison und abends werden wir Zeugen einer Kostümprobe. Griechisches Drama plus italienisches Temperament: sehr beeindruckend! Das Kassenhäuschen hat geöffnet, wir erkundigen uns - und kaufen spontan Karten für die Prämiere von Antigone in einer Woche. In der Zwischenzeit wollen wir den Ätna umrunden und erwandern, und dann fahren wir halt wieder zurück nach Syrakus ins Theater. Ein Drama von Sophocles im Teatro Greco - das hat etwas und jetzt freuen wir uns eine Woche lang darauf!   
 


Das Teatro Greco, eine sehr beeindruckende Naturarena.           Das Ohr des Dionysos, eine künstliche Grotte,  23 m hoch, 65 m lang.


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Das Bild beschönigt, die Gasse sieht in Realität wirklich herunter gekommen aus. Schnell wieder raus hier!              


Der Artemisbrunnen, die griechische Variante der Diana, die von den Römern verehrt wurde.       

                                                                          

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Der Dom Santa Maria delle Colonne, Heilige Maria der Säulen.             


Die dorischen Säulen eines antiken Tempels wurden integriert. Egal, welche Götter angebetet werden, man muss auch praktisch denken!


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Ein Erdbeben hat die Säulen verschoben, deswegen stehen heute manche im Inneren des Domes, manche an der Außenfassade.

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Durchaus schöne Bausubstanz, leider dem Verfall preisgegeben. Da kommt die spontane Idee auf: kaufen, renovieren und nett einrichten?!  So schön kann das aussehen!                 


Die Route nach Syrakus und von dort weiter zu den Nekropolen von Pantalica.

nach Syracus und Necropoli


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