Über Enna nach Cefalù

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Nach dem Theaterbesuch in Syrakus fahren wir am nächsten Tag in das Zentrum von Sizilien, nach Enna. Zunächst geht es die Autobahn an der Küste wieder hoch bis Catania und dort biegen wir ab in Richtung Westen. Ausgerechnet heute gibt es wieder Sturm und der Wind kommt aus - genau Westen. Bei 80 km/h Windgeschwindigkeit und 80 km/h Fahrtgeschwindigkeit genießen wir die Geräuschkulisse eines LKW bei Tempo 160. 

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Strategisch günstig genau an der Autobahnabfahrt Richtung Enna gibt es den Sicily Outlet Store. Ein moderner und durchgestylter Komplex mitten im Nirgendwo. Wir können nicht widerstehen, aber die Espressobar und der Eishändler machen mehr Umsatz mit uns als die eigentlichen Geschäfte.

Wir fahren weiter zur Villa Romana del Casale, einem alten Römischen Bad bei Piazza Armerina. Die Villa Romana besteht nur aus den antiken Bauten des Bades, es gibt heute dort keine Ortschaft, wenn man von den vielen Souvenirbuden auf dem Weg vom Parkplatz zur Ausgrabungsstätte mal absieht. Das römische Bad wurde vor langer Zeit von einem Erdrutsch mit Schlamm verschüttet und dann nach der Entdeckung wieder freigelegt. Die Bauten sind teilweise gut erhalten und man kann die sehr beeindruckenden Wand- und Boden-Mosaike bewundern. Es gibt Darstellungen mit wilden Tieren und Fabelwesen, die deutlich größer als 100 qm sind. Eine besondere Attraktion sind die sogenannten Bikini-Mädchen, eine Szene in der junge Frauen Sport treiben und was tragen die antiken Damen: Bikinis! Dieses modische Highlight muss wohl zwischenzeitlich wieder in Vergessenheit geraten sein, bis es in der Neuzeit wieder zur Umsatzsteigerung der Modeindustrie beigeträgt.

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Neben Individual-Touristen gab es in der Villa Romana natürlich auch jede Menge Reisegruppen und, was uns auch an anderen Stellen oft aufgefallen ist, Schulklassen und Jugendgruppen. Offensichtlich ist es eine feste Position im Ausbildungsplan, bedeutende historische Orte zu besuchen oder auch die Natur zu erobern. Sehr löblich und ein angenehmer Unterschied zur Bildungspolitik in Deutschland.

Bis nach Enna war es dann nicht mehr weit. Den Ort besucht man hauptsächlich wegen seiner grandiosen Aussicht über große Teile der Insel. Das stimmt schon mal, aber auch die Altstadt hoch oben auf dem Berg hat uns gut gefallen. Noch vor dem Abendessen spazieren wir durch die Gassen, entdecken ein nette Bar und Heike kommt auf die Idee, mich zu einem Aperitivo einzuladen. Wir erkundigen uns nach einem typischen Aperitif und da der Barkeeper sich offensichtlich über unser Interesse freut, schenkt er wohl die doppelte Portion Averna ein. Dem süßen Getränk merkt man zunächst seinen Alkoholgehalt nicht an, aber die Wirkung lässt bei leerem Magen nicht lange auf sich warten. Heute Abend bereiten wir das Abendessen besonders gut gelaunt vor …

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