Eine Sturmtief mit Regenfront naht
Am 17.1. 26, 23:30 soll unsere Fähre zurückgehen von Tanger Med nach Sète in Frankreich. Ab Casablanca sind wir also getaktet, denn wir wollen noch unbedingt der Medina von Tétouan einen Abschiedsbesuch abstatten und am Cabo Negro zum Abschied schlemmen. Das haben wir bei der Ankunft beschlossen!
Zwei Tage vor der Fährabfahrt bekommen wir eine Nachricht, dass die Abfahrtszeit „betriebsbedingt“ um 14 Stunden verschoben wurde auf einen Tag später. Das passt uns nicht wirklich. Als wir dann noch einen Tag später erfahren, dass unsere Fähre nicht nach Sète, sondern „wetterbedingt“ nur nach Barcelona fährt, schauen wir ziemlich doof aus der Wäsche. Es zieht ein Sturmtief auf mit bis zu 100 km/h und Regen von 50 bis 100 l in 24 Stunden. „Harry“ bewegt sich von Italien auf uns zu. Die Radarbilder der Wetter-App sind eindeutig. Wir haben Glück, wenn wir rechtzeitig in Barcelona ankommen.
Wir haben Glück! Mit recht wenig Geschaukel kommen wir abends in Barcelona an und können noch 150 km Richtung französischer Grenze weiter fahren.
Einen Tag nach unserer Ankunft herrscht im Süden Spaniens Chaos. Es hat schon die ganze Nacht geregnet, der Sturm nimmt zu und wir werden morgens vom spanischen Katastrophendienst auf dem Handy gewarnt, dass Überschwemmungen bevorstehen. Bei der Weiterfahrt sehen wir, dass die Bäche und Flüsse schon randvoll sind und die Felder unter Wasser stehen. Nichts wie weg hier!
Die Nachricht von der Verschiebung unserer Fähre erreicht uns gerade „rechtzeitig“. Auf der Suche nach einem Kaffeeplatz sind wir von der Autobahn abgefahren und landen in einem wunderschönen Wald. Ich entdecke „zufällig“, dass es sich um den Fôret de la Maâmora handelt, den größten Wald Marokkos und den größten Korkeichenwald der Welt. Wir haben gerade eine weitere Nacht in Marokko gewonnen, warum also nicht in einer schönen Umgebung bleiben?
Am nächsten Tag, Freitag, landen wir daher zur genau falschen Zeit in Asilah - Freitagsgebet. Alle Bürgersteige sind hochgeklappt. Das Wetter stimmt auch nicht. Wir bekommen nicht besten Eindruck dieses Künstlerstädtchens, das man vom Ambiente her auch im Süden Spaniens vermuten könnte.
Tétouan als Anfangs- und Endstation der Reise, das stand für uns von Anfang an fest. Nach dem Motto „Immer wenn wir in Marokko sind“ wie im ersten Kapitel beschrieben. Aber wie wird die Medina von Tétouan nach acht Wochen Marokko auf uns wirken?
Beim ersten Besuch im November 2024 waren wir total überfordert von den Eindrücken, wenn nicht geschockt. Beim zweiten Mal vor zwei Monaten, haben wir das Treiben genossen. Und jetzt bei dritten Mal freuen wir uns richtig drauf! Keine Überforderung, kein Schock, einfach nur das Wahnsinnsleben einer echten Medina, die in unseren Augen noch sehr intakt und authentisch wirkt.
Wir wissen schon, wo es Fisch, Oliven, Gebäck und Brot gibt. Und steuern gezielt „unsere“ Espressobar in der Medina an. Der Barista erkennt uns. Das ist doch was!
Danach freuen uns auf die sieben Vorspeisenteller im Restaurant Cabo Corner, nach denen wir eigentlich schon satt sind. Uff!
Letzte Eindrücke beim Gang durch die Medina von Tétouan. Gezielt gehen wir durch das „richtige“ Tor.
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