Beim Schlendern durch Tafrarout geraten wir wie schon öfter in das Freitagsgebet. Wir brechen das Schlendern ab, denn die Betenden stehen in Reihen quer auf der Straße vor der Moschee. Sie freitags wohl zu klein.
Trinken wir also erst einmal Tee. Vor uns baut sich ein Orangenhändler auf, der weiß, dass nach dem Gebet gern eingekauft wird. Heute erleben wir, dass nicht nur die fliegenden Händler guten Umsatz machen, sondern auch unser Café. Eine Gruppe Berber kommen aus der Moschee, eine Tajine mit Couscous wird in die Mitte gestellt und jeder löffelt daraus. Wo unterscheidet sich das jetzt vom deutschen Frühschoppen, der ja auch traditionell nach dem Sonntagsgottesdienst stattfindet?
Tafrarout ist eingebettet in eine außergewöhnliche Landschaft. Das, was wir im vorhergehenden Beitrag als Giants’ Playground beschrieben haben, setzt sich rund um das Städtchen fort. Beim Wandern klettert man eigentlich immer durch irgendwelche Felsen. Und beim Blick von oben auf die Stadt sieht man, wie die Häuser sich an die Hänge schmiegen oder auch mal ein herumliegender Fels ins Haus integriert wird.
Leider lesen und sehen wir auch hier, dass der Trockenheit seit den 1970-er Jahren viele Palmen zum Opfer gefallen sind. Die, die noch stehen, sehen leicht „gerupft“ aus. Eine beunruhigende Entwicklung.
Wir bekommen in Tafrarout gleich drei der wenigen Regentage mit. Auf unserer Weiterreise Richtung Küsten fahren wir entlang reißender, brauner Schlammbäche.
Das erste Foto zeigt die Gazelle, wie sie in der Wand hängt, das zweite unseren Stellplatz in einem „gerupften“ Palmenhain, der nur 200 Meter von der Gazelle entfernt ist.
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