Start Marokko

Ankunft Legzira 1:30 Uhr

Einen letzten Regenschauer für die nächsten zwei Wochen sitzen wir unter der Felsenbrücke von Legzira aus.

Tiznit

Als wir in Tiznit einfahren und die die erste Polizeikontrolle passieren, fällt uns auf, dass wir im Antialtas über Woche keine Polizei gesehen haben. Der Antiatlas liegt wohl auch für Marokkaner etwas „abseits“. 

Ein zweites Anzeichen, dass wir in eine neue Region eintauchen, ist das Publikum im Supermarkt: kein einziger Marokkaner, nur Franzosen. Wir sind ja auch nur wegen des Käses hier - den gibt es reichlich. Und der Camembert ist nicht nur nach der sechswöchigen Käse-Unterversorung super gut!

Und drittens: WoMos über WoMos. Soviele haben wir in unseren letzten sieben Wochen in Marokko zusammen nicht gesehen.

‍Rauschender Bach aus dem Nichts 

‍Weil es schon spät ist, wollen wir eigentlich in Tiznit übernachten, aber die Womos, die schon aus den Campingplätzen quellen, schrecken besonders mich ziemlich ab. Wir fahren also noch ein kleines Stück weiter Richtung Legzira bis zum nächsten Wild Camp. 

‍Sagten wir schon, dass es die letzten drei Tage immer wieder heftige Regengüsse gab, die wir aber zusammen mit dem Antiatlas hinter uns gelassen haben? In Tiznit schien nachmittags jedenfalls die Sonne bei 16° C. 

‍Um Mitternacht allerdings wacht Peter von einem Rauschen auf. Er denkt zunächst, es sei Sturm, merkt aber bald, dass ein Bach quer über den Feldweg hinter unserem Auto rauscht und uns den Rückweg abschneidet. Oh, vor fünf Stunden gab es den noch nicht! Und so heftig geregnet hat es auch nicht. Er watet barfuß durch die braune Brühe und checkt, ob der Untergrund noch fest ist. Dann fahren wir zurück die wenigen Hundert Meter zur geteerten Hauptstraße. Dort kommen aber auch die braunen Fluten vom Berg über die Straße. Nicht gut nachts um zwölf!

‍Letztendlich fahren wir eineinhalb Stunden bis Legzira an die Küste bis wir uns sicher fühlen. Der Nachtwächter am Campingplatz guckt leicht irritiert, macht aber um 1:30 Uhr die Schranke auf, fotografiert die Pässe ab und wir können schlafen. Die nächsten 24 Stunden haben wir heftigen Sturm bis 65 km/h. Dann ist der Spuk vorbei und die Sonne scheint wieder.

‍Wir wähnten uns ab Tiznit wettertechnisch in sicherem Gebiet, aber das Wasser kam wohl aus den Bergen und hat uns eingeholt! Drei Tage später ist übrigens auf der Hauptstraße nichts mehr von Schlamm oder Geröll zu sehen. Alles weggeräumt. Unser Bach ist auch wieder versiegt, zurück bleibt ein ausgewaschener Graben.

Drei Tage später inspizieren wir den Graben, den unser Bach neben der Straße hinterlassen hat. 

‍Felsenbrücke von Legzira

‍Bei heftigem Sturm und einem letzten Regenschauer machen wir den Spaziergang zur Felsenbrücke. Von oben laufen die braunen Bäche die Felsenwand herunter, es hat sich sogar ein Wasserfall gebildet. Das sieht man nicht alle Tage. Absolut einmalig und „künstlerisch wertvoll“ sind die Kunstwerke, die die Lehmbäche im Sand bilden.

Sand-Lehm-Kunstwerk am Strand von Legzira.

Noch sind wir in einem Seitental, aber die Berge treten zurück. Wie breit muss dann das Drâa-Tal sein?

04/01/2026

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