Berauschende Architektur in der Koranschule Medersa Ben Youssef
Wir sind sehr skeptisch, wie uns Marrakesch gefallen wird. Nach all den authentischen, ursprünglichen Städten und Märkten der vergangenen Wochen befürchten wir, vom Massentourismus überrannt zu werden.
Richtig, man muss aufpassen, dass das nicht passiert und hin und wieder die Flucht ergreifen vor „Vertriebsmitarbeitern“, die einen in Restaurants, Teppichläden und sonst wohin zerren wollen. Ein junger Mann stellt sich mir in den Weg und sagt fast schon im Befehlston, ich solle jetzt (gefälligst) Fotos machen von seiner Ware. Will ich aber nicht. Egal wie oft man ablehnt, es wird ignoriert.
„Aufgeben ist keine Option!“, wird unser neues Schlagwort.
Aber um ein paar Sehenswürdigkeiten zu besuchen, muss man schon den Gang durch die Medina auf sich nehmen. Nachdem gestern am Marokkanischem Unabhängigkeitstag in der gesamte Innenstadt nichts mehr vor und zurück ging, fahren wir mit dem Taxi vom Campingplatz in die Stadt und werden an einem der vielen Tore, die in die Medina führen abgesetzt. Ab hier schlängeln wir uns durchs Gewühl. Als erstes zum Marrakech Museum. Wie schon öfter in Marokko besuchen wir das Museum hauptsächlich wegen des Gebäudes. Erstes Ah und Oh des Tages!
Noch kurz Arganöl kaufen, dann brauchen wir bei Kaffee und einem leckeren marokkanischen Gebäck erst einmal eine Erholungspause, die wir in dem winzigen Café Abaq auch finden.
(Arganöl wird fast ausschließlich in Marokko produziert und wir haben natürlich ergoogelt, wo es das beste Arganöl in der Stadt zu kaufen gibt.)
Knapp zwei Kilometer Spießrutenlaufen durch die Medina liegen vor uns zum Bahia Palast. Autos zwischen Eselskarren, Mopeds von allen Seiten. Marktgeschrei, Gehupe, Hämmern des Schmieds.
Nein, wir sehen es nicht ganz so negativ, wie es vielleicht klingt, der Gang durch die Medina und die kurzen Gespräche mit den „Vertrieblern“ sind auch lustig. Zum Beispiel: Fragt mich einer von der Seite: Where do you come from? Gegenfrage von mir: Where do YOU come from? Antwort: Yes!
Tatsächlich sehen wir aber im Zentrum der Medina keine Einheimischen einkaufen, weil es einfach nichts für Einheimische gibt! Es gibt alles, was der Tourist gern kauft. Schuhe, Taschen, Gürtel, Geldbeutel, Keramik, Teppiche, Schals, Klamotten, Schmuck, gehämmertes Metall, Parfüms, getrocknete Blüten, Datteln, Gebäck, Cafés, Restaurants. Das Ganze immer wieder von vorne. Die ursprüngliche Struktur der nach „Zünften“ geordneten Medina ist nicht mehr zu erkennen. Ab und zu sitzt ein Schneider zwischen Lederwarengeschäften oder ein Kupferschmied zwischen Cafés. Welterbe?
Anfahrt auf Marrakesch durch die Ausläufer des Hohen Atlas, bunt und schneebedeckt.
Bis zum Kaffee bewegen wir uns im Marrakech Museum und in der Koranschule Ben Youssef.
Nach dem Kaffee im Bahia Palast.
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