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Marrakesch - Aufgeben ist keine Option!

Wandverkleidung in der Koranschule Ben Youssef.

‍Die Gemälde in den Ausstellungsräumen interessieren heute wenig. 

‍Berauschende Architektur in der Koranschule Medersa Ben Youssef

‍Wir sind sehr skeptisch, wie uns Marrakesch gefallen wird. Nach all den authentischen, ursprünglichen Städten und Märkten der vergangenen Wochen befürchten wir, vom Massentourismus überrannt zu werden. 

‍Richtig, man muss aufpassen, dass das nicht passiert und hin und wieder die Flucht ergreifen vor „Vertriebsmitarbeitern“, die einen in Restaurants, Teppichläden und sonst wohin zerren wollen. Ein  junger Mann stellt sich mir in den Weg und sagt fast schon im Befehlston, ich solle jetzt (gefälligst) Fotos machen von seiner Ware. Will ich aber nicht. Egal wie oft man ablehnt, es wird ignoriert. 

‍„Aufgeben ist keine Option!“,  wird unser neues Schlagwort. 

‍Aber um ein paar Sehenswürdigkeiten zu besuchen, muss man schon den Gang durch die Medina auf sich nehmen. Nachdem gestern am Marokkanischem Unabhängigkeitstag in der gesamte Innenstadt nichts mehr vor und zurück ging, fahren wir mit dem Taxi vom Campingplatz in die Stadt und werden an einem der vielen Tore, die in die Medina führen abgesetzt. Ab hier schlängeln wir uns durchs Gewühl. Als erstes zum Marrakech Museum. Wie schon öfter in Marokko besuchen wir das Museum hauptsächlich wegen des Gebäudes. Erstes Ah und Oh des Tages! 


Vor diesem Tor werden wir vom Taxifahrer „ausgesetzt“. 

‍Das Gebäude des Marrakech Museums ist Kunst pur!

‍Gleich nebenan ist die frühere Koranschule Medersa Ben Youssef aus dem 14. Jahrhundert. Holzschnitzereien, Stuckarbeiten, Mosaiken - egal, welchen Innenhof, welches ehemalige Studentenzimmer oder Studierzimmer man betritt, man weiß nicht, wohin man schauen soll. Auf die Decke, die Säulen, den Fußboden? Alles ist einfach überwältigend.

‍Noch kurz Arganöl kaufen, dann brauchen wir bei Kaffee und einem leckeren marokkanischen Gebäck erst einmal eine Erholungspause, die wir in dem winzigen Café Abaq auch finden. 


‍(Arganöl wird fast ausschließlich in Marokko produziert und wir haben natürlich ergoogelt, wo es das beste Arganöl in der Stadt zu kaufen gibt.)

‍Allein sind wir nicht in der Koranschule, …

‍… kein Wunder. 

‍Welterbe Medina - authentisch ist da nichts mehr

‍Knapp zwei Kilometer Spießrutenlaufen durch die Medina liegen vor uns zum Bahia Palast. Autos zwischen Eselskarren, Mopeds von allen Seiten. Marktgeschrei, Gehupe, Hämmern des Schmieds.

‍Nein, wir sehen es nicht ganz so negativ, wie es vielleicht klingt, der Gang durch die Medina und die kurzen Gespräche mit den „Vertrieblern“ sind auch lustig. Zum Beispiel: Fragt mich einer von der Seite: Where do you come from? Gegenfrage von mir: Where do YOU come from? Antwort: Yes!  


‍Tatsächlich sehen wir aber im Zentrum der Medina keine Einheimischen einkaufen, weil es einfach nichts für Einheimische gibt! Es gibt alles, was der Tourist gern kauft. Schuhe, Taschen, Gürtel, Geldbeutel, Keramik, Teppiche, Schals, Klamotten, Schmuck, gehämmertes Metall, Parfüms, getrocknete Blüten, Datteln, Gebäck, Cafés, Restaurants. Das Ganze immer wieder von vorne. Die ursprüngliche Struktur der nach „Zünften“ geordneten Medina ist nicht mehr zu erkennen. Ab und zu sitzt ein Schneider zwischen Lederwarengeschäften oder ein Kupferschmied zwischen Cafés. Welterbe? 










‍Ausblick von unserem Café-Platz: Nicht das typische Angebot für einen Einheimischen. 

‍Auto, Eselkarren, Mopeds und ein mobiler Smoothie-Stand. Ein paar Menschen gehen auch noch.

‍Auf dem berühmtesten Platz in Marrakesch Djemaa (Jamaa) el Fna soll abends „der Punk abgehen“. Bei Tag nicht besonders beeindruckend.

Holzschnitzereien im Bahia Palast.

Holzschnitzerei und Stuck vereint.

‍Bahia Palast und Riads

‍Angekommen im Bahia Palast ist Lärm der pulsierenden Media schnell vergessen. Wieder Mosaiken, Intarsien, Stuck, Prunk über Prunk. Die Fotos sprechen für sich.

‍Auch beim Schlendern durch die Gassen stößt man fast an jeder Ecke auf einen restaurieren Riad. Zum Restaurant oder zur Unterkunft umgebaut, lässt einen der Türsteher einen Blick durch die geschnitzten Holztüren in den Innenhof werfen. Einer schöner als der andere. Wo sollen wir denn nun essen gehen bei dem überwältigenden Angebot? Wir entscheiden uns für das Riad Chaiedal und speisen fürstlich in fürstlicher Umgebung!

‍Zu beachten: Anders als in der Medina, wo hauptsächlich abends der Bär tobt, schließen die Museen zum Teil schon um 17:00 Uhr. Die Saadier-Nekropolen schaffen wir an unserem Marrakesch-Tag nicht mehr. Dafür sitzen wir um 18 Uhr im Restaurant allein.

Anfahrt auf Marrakesch durch die Ausläufer des Hohen Atlas, bunt und schneebedeckt. 

Bis zum Kaffee bewegen wir uns im Marrakech Museum und in der Koranschule Ben Youssef.

Nach dem Kaffee im Bahia Palast.

12/01/2026

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