Südl. Kaukasus

Alles selbst erlebt! Im südlichen Kaukasus.

Ein Highlight am anderen: Georgische Begegnungen

Die Schneeräumer vom Grünen See versperren uns den Weg. Wegfahren ist keine Option - erst müssen wir anstoßen! 

‍Zum Geschenk einen kleinen Strolch?

‍Wir wollen eigentlich nur Wasser tanken an einem der vielen gefassten Quellen am Straßenrand. Vor uns blockiert ein LKW den Parkplatz. Der Fahrer hat auch Durst, geht zum Brunnen, nimmt den „Becher-für -alle“ und trinkt erst mal. Dann bemerkt er uns, freut sich über unser Auto, macht ein Foto, wo kommt ihr her? 

‍Dann kommt er nochmal zurück und fragt uns, ob wir einen kleinen Hund wollen. Er hätte einen zu verschenken.

Fast immer tanken wir frisches Quellwasser!

‍Es wäre uns nicht recht, wenn ihr euch gestört fühlt - in Batumi am Strand

‍Zwei junge Georgier kommen zum Sonnenuntergang mit einem amerikanischen Oldtimerschlitten zu uns an den Strand bei Batumi und stellen ihre Box aufs Dach.  

‍Das kann ja heiter werden! Aber sie haben gute Musik, Ohrwürmer auf georgisch. Nach einer Weile kommen sie zu Peter und sagen via Google Übersetzer, dass es ihnen nicht gefallen würde, wenn die Musik uns stört. Das rührt uns ja zu Tränen.

‍Nein, sie stört uns nicht. Sie schenken ihm trotzdem eine 1-Liter-Flasche russisches Bier. Schmeckt hervorragend. Das kaufen wir jetzt immer.

‍Sonnenuntergang am Strand von Batumi.


‍Wir werden ausgebremst

‍Sollen wir das auch erzählen? Tatsächlich schwanken wir etwas zwischen rechts und links bei der Verzweigung auf der Autobahn. Wo soll man bei dem vielen georgischen Geschnörkel auch wissen, wo’s lang geht?

‍Aber wir stören keinen, nur weit hinter uns kommt ein PKW. Der überholt uns dann dauerhupend, bremst ab, hält an, steigt aus und beschimpft uns wüst… Das Ganze auf der Autobahn.

‍Das ist unserem iMobil noch nie passiert. Uns Insassen übrigens auch nicht. 

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‍Jetzt esst erst mal was… am Grünen See

‍Kurz vorm Grünen See im Kleinen Kaukasus versperrt uns ein Auto die einspurige Straße. Am Straßenrand stehen ein Schneeräumfahrzeug und dazugehörig sechs, sieben Männer um einen Tisch herum.  Es ist reichlich gedeckt mit selbstgekeltertem Wein, Cola und allerhand zu essen. Da sie uns die Straße versperren, laden Sie uns erst mal ein zum Essen und anstoßen ein! Jetzt sind wir voll und ganz in Georgien angekommen!

Gerade fertig mit Schneeräumen. Jetzt der Aper zum Feierabend.

Reparatur auf armenisch in Achalziche

Zwar sind wir noch in Georgien, aber in Achalziche leben fast eine Drittel Armenier und unsere Mechaniker betonen sehr, dass sie Armenier, keine Georgier sind.

Bruder 1 fährt mit Peter und unserem ausgebauten gerissenen Schlauch zum Ersatzteileladen fährt und baut ihn dann ein. Ich koche ihm einen italienischen Espresso, wie wir das immer machen in einer Werkstatt.  Bruder 2 scheint mit dem Kaffee nicht ganz zufrieden zu sein. Er wirft sein Maschinchen an und kocht auch Kaffee, einen auf türkische Art, Nein, armenisch! Verbessert er mich. Er zeigt mir genau, die Mischung aus feinstem Kaffeepulver und Zucker und ja, der Kaffee schmeckt wirklich gut.

Wir unterhalten uns auf Deutsch-Englisch-Russisch-Armenisch bis die Deutsch-Russische Google-Übersetzung am besten funktioniert. Wir erhalten noch Tipps für die Weiterfahrt und fahren nach einer Stunde glücklich vom Hof.

Eine Stunden fahren wir nach unserem Einkauf noch einmal vorbei und bedanken uns mit einer Flasche armenischen (!) Schnaps. Was freuen sie sich!

‍Bruder 1 repariert.

‍Bruder 2 kocht armenischen Kaffee.

Und kommt aus dem Schwärmen für seine Kaffee nicht mehr raus.

Picknick mit Singen und Tanzen in Vadzia

Als wir von unserem Spaziergang zum Kloster Upper Vadzia zurückkommen, sitzen am Schwefelbad-Picknickplatz fünf Frauen mit zehn Kindern und ihrem Busfahrer und haben den Tisch voller Leckereien gedeckt. Ruckzuck sind wir eingeladen. Aber diesmal gibt es nicht nur Essen, sondern nach dem ersten Brot, holt ein Mädchen sein Instrument hervor, wir nehmen an es ist ein Chonguri, und fängt an, ein Volkslied zu spielen. Alle stimmen ein und herauskommt ein richtig guter Chor! Wir klatschen und fangen an uns zu bewegen. Dann muss ich als erste im Kreis tanzen. Was für eine Stimmung!

Als die Frauen sich verausgabt haben, kommen die Kinder an die Reihe. Sie führen uns Volkstänze vor, synchronisiert wie die Tanzgruppe im Friedrichstadtpalast. Wir sind begeistert und die Kinder haben richtig Spaß dran.

Das ist eine der Situationen, in denen wir anfangen, das Ganze nach Deutschland zu spiegeln. Es gelingt uns nicht. Wir würden in Deutschland weder den Chor, geschweige denn die Tanzvorführung spontan hinkriegen… 

‍Bruder 1 repariert.

‍Bruder 2 kocht armenischen Kaffee.

Und kommt aus dem Schwärmen für seine Kaffee nicht mehr raus.

‍Vorlagen  FOTOS

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‍Kerzen anzünden für die Verstorbenen - ein schöner Brauch. 

Juni 2026

©       Wroblowski / Zängerlein