Südl. Kaukasus

Alles selbst erlebt! Im südlichen Kaukasus.

Imam statt Glocken

Die Blaue Moschee in Istanbul hat’s uns angetan, besonders bei Nacht, wenn die Möwen im Lichtkegel fliegen.

Statt Glockengeläut morgens, mittags und abends - schallt der Ruf des Imam fünfmal am Tag über Stadt und Land. Es gibt in der Türkei so viele kleine Moscheen, die man gar nicht wahrnimmt bis der Gebetsruf pünktlich ertönt. Hin und wieder ohrenbetäubend, mal melodisch, mal eher Gejammer. Man verzeihe mir die Ehrlichkeit. 

In Safranbolu mussten wir uns sehr zusammenreißen, als ein Hund mit dem Imam um die Wette geheult hat. In Amasya hat fast das ganze Tal vibriert - die Lautsprecher aller Moscheen waren auf die Sekunde synchronisiert und wir standen gerade über der Stadt bei den Felsengräbern. Das ging unter die Haut.

Ganz so streng wie die Marokkaner scheinen die Türken es mit dem Gebet allerdings nicht zu nehmen. Wir haben freitags noch keine überfüllte Moschee bzw. Gläubige auf der Straße beten sehen. 

Minarette der Blauen Moschee, Istanbul.

‍Damit niemand das Gebet verpasst, hier die täglichen Zeiten.

‍Den Imam hören wir besonders gut, wir schlafen nämlich direkt nebenan. Spiralminarett in Amasya.

Frauen separat

Außerhalb der Gebetszeiten können wir alle Moscheen besuchen, ich als Frau auch. Beim Gebet sind die Frauen aber getrennt durch eine Art Paravent auf den hinteren Teil der Moschee verbannt. Sie sehen nichts und knien wie die armen Büßer in der Ecke.

Vielleicht ist das der Grund, warum so viel mehr Männer beten gehen… Bei den Katholiken erscheint uns das umgekehrt.

‍Dahinter müssen sich die Frauen zum Beten verstecken.

‍Guter Brauch: Schuhe ausziehen, drin gibt’s weichen Teppichboden.

‍Auch im Hotelzimmer wird die Richtung „Osten“ angezeigt.

Ein paar Impressionen von großen prächtigen und kleinen bescheidenen Moscheen.

 Mai 2026

©       Wroblowski / Zängerlein