Südl. Kaukasus

Alles selbst erlebt! Im südlichen Kaukasus.

Istanbul - Kültür und Genüss

Eindeutig unser Favorit: Die Blaue Moschee. 

Nachts wird sie von Möwen umkreist. Sieht aus wie inszeniert. 

GPS: 41.0054, 28.9766

‍Kültür und Genüss 

‍Kültür heißt es wirklich im Türkischen, den Genüss erlauben wir uns. Beides überwältigt uns in Istanbul, wir platzieren Istanbul in unserem Stadtranking ganz weit oben.


‍Erstmal sprachlos! 

‍Ja, uns fehlen die Worte als wir abends um neun unser Auto keine 150 Meter Luftlinie vom Minarett der Blauen Moschee parken. Aussteigen, Foto machen - das glaubt uns kein Mensch!

‍Fünfzig Kilometer „außerhalb“ hatten wir nachmittags am Marmarameer Halt gemacht und gewartet, dass unser angepeilter Parkplatz in der Stadt sich leert. Außerhalb? Istanbul ist mit 16 Miööionen Menschen die größte Stadt der Türkei. 16 Millionen, das ist fast so viel wie die alte DDR. Das Umland ist eng verflochten und spätestens ab unserem Warteplatz fahren wir nur noch durch Stadtkonglomerat - und stehen im Stau.

‍Aber die Mühe hat sich gelohnt - Park4night sei Dank! 

‍Wir sind ganz und gar mittendrin im pulsierenden Leben der Stadt gelandet, das uns vier Tage in seinen Bann ziehen wird und stürzen uns gleich hinein. Wir schlendern zwar und lassen unseren Blick auf diesen und jenen Wahnsinns-Teppich in den Schaufenstern fallen, steuern aber auf unseren ersten Tipp zu, die Terrasse des 7 Hills

‍Die Aussicht haut uns dann vollends um: Hunderte Möwen im Lichtkegel der angestrahlten Blauen Moschee. 



1. Istanbul-Foto: iMobil vor Blauer Moschee. Bei der Ankunft wirkt alles surreal auf uns.

‍Eroberung 

‍Am nächsten Tag kommt unsere Tochter eingeflogen und wir beginnen die Stadt gemeinsam zu erobern. Hauptsächlich tigern wir durch die Gassen, fahren aber auch mit Straßenbahn, U-Bahn, Standseilbahn, einem hoffnungslos überfüllten Bus, den Linienbooten und - besonders spannend - mit einem privatem Kahn über den Bosporus. 

‍Das nächtliche Bootsabenteuer haben wir einem Freund zu verdanken, der in Istanbul aufgewachsen ist. Das hätten wir allein nie hingekriegt!

‍P. S. Die IstanbulCard für die Öffis ist genial einfach - wenn man das System einmal kapiert hat 😉-, der Transport ist aus deutscher Sicht unschlagbar günstig, die U-Bahn geht so und so im 3-Minuten-Takt, selbst die Boote sind pünktlicher als die Deutsche Bahn. 

‍Istanbul vom Wasser aus. 

‍So manchen Baustil hätten wir nicht erwartet.

‍Unsere Dschunke über den Bosporus.

‍Tops

‍Blaue Moschee

‍Die Blaue Moschee ist unser absoluter Favorit. Sie liegt genau zwischen unserem Hotel und unserem tagsüber vollständig eingeparkten Auto. Sie bringt uns von innen und bei jedem Vorbeigehen immer wieder von außen ins Staunen und … ihre Minarette dienen uns als Orientierungspunkt, wenn wir nach Hause finden wollen.







‍Wir sind morgens die ersten in der Blauen Moschee, tagsüber ist die Warteschlange 150 m lang. 

‍Die Minarette spitzen überall durch - Wegweiser auf unserem Weg zum Hotel.

Vor der Blauen Moschee auf dem Sultanahmet Platz stehen noch ein paar „Kleinode“- Der Obelisk (oben rechts) ist ca. 3.450 bis 3.500 Jahre alt und wurde ca, 1450 v. Chr. im alten Ägypten erbaut. 

Der Deutsche Brunnen oder Kaiser-Wilhem-Brunnen (ganz unten) wurde erst 1900 errichtet,

‍Samstagabend mittendrin!

‍Ein ganz besonderer Erlebnis war der Abend mit unserem Freund, der Istanbul wie seine Westentasche kennt. Da haben wir nicht nur die lokalen Genüsse kennengelernt, sondern auch die Dimensionen von Istanbul. Ein „bisschen“ auf dem Bosporus schippern zum Restaurant in Kanlica und dann mit Boot, U-Bahn, Seilbahn und zu Fuß zum Bier ins pulsierende Galata-Viertel. Galatasaray Istanbul wurde heute Abend türkischer Meister. Fans mit Fahnen ziehen feiernd durch die Straßen. Es gibt kein Halten mehr. Wir lieben die Stadt immer mehr!




‍Mitternachtsfischen im Golfenen Horn von der Galatabrücken aus.

‍Galataturm.

Café Hafiz Mustafa 1864

Da kommen wir einfach nicht dran vorbei. 7/24 hat das Café nahe der Galatabrücke geöffnet und wir können es bezeugen, ist auch noch um 1 Uhr nachts auf unserem Rückweg vom Galata-Viertel ins Hotel voll besetzt. Unglaublich!

Kaffee trank schon Sultan Süleyman der Prächtige 1543 und die ersten Kaffeehäuser wurden 1554/55 in Istanbul eröffnet. Die Teekultur ist aus Mangel an Kaffee erst nach dem 1. Weltkrieg entstanden. Wer hätte das gedacht? Heute ist auch Tee Nationalgetränk und wird im Restaurant oft automatisch nach dem Essen serviert.

‍Erster Besuch,  21:00. Wir müssen anstehen, um eine Platz zu bekommen. Wir kommen wieder!

‍Die „Gemischte Baklava Platte“ zum Dessert. Zuckerschock!

Teller, Tassen, Kuchenbleche. Das „Hafiz Mustafa“ Logo steht oder steckt überall drauf.

‍Hagia Sofia History and Experience Museum 

‍Das war ein super Tipp und ein ganz besonderes Museumserlebnis, vielleicht eher eine Museums-Performance. Wir sind jedenfalls begeistert und etwas schwindelig, als wir das Hagia Sofia History and Experience Museum verlassen. Warum? - Probiert’s selbst!

‍Für uns schließt sich hier ein Kreis: Die San-Marco-Pferde des Markus-Doms in Venedig wurden aus der Hagia Sophia geklaut. Na Gott sei Dank, konnten wir sie in Venedig vor vier Wochen bestaunen.

‍Die Hagia Sofia selbst ist leider eingerüstet, außen wie innen. Das macht sie nicht zum Highlight, aber zum Aufhänger, dass wir in ein paar Jahren wieder kommen müssen. Unbedingt!


‍Hat Restauration dringend nötig, es bröckelt.

‍Die Museums-Performance kann man nicht fotografieren, aber danach die wertvollen alten Schriften. Reinzoomen macht die Schriftkunst sichtbar. 

Nur einer marmornen Tür konnte die Zeit nichts anhaben. Außen ist die Hagia Sofia eingerüstet, innen stehen riesige Stützpfeiler. Fast wundert es mich, dass wir noch rein dürfen.


‍Derwisch Show Hodjapasha

‍Touristisch ja, aber dennoch stark beeindruckend sind die Derwische bei ihrem wirbelnden Welterbe-Tanz. Uns wird allein vom Zusehen schwindelig! Leider ist fotografieren in der Show nicht erlaubt.

Sechs Derwische wirbeln eine Stunde lang im Kreis. Diese Puppe hier steht in der kleinen Ausstellung vor der Show - wirkt auf dem Foto ziemlich echt.

‍Der Harem im Topkapipalast 

‍Der kirchliche Glanz der Moscheen setzt sich im Topkapipalast fort. Nicht alles ist lustig, was wir beim Rundgang durch den Harem erfahren - das Leben im Harem, ob als Konkubine oder Eunuch konnte man wohl nur mit diesem Prunkt übertünchen. Wenn überhaupt.

‍Jede Säule anders, jede ganz besonders besonders gelungen. Die Künstler haben sich ins Zeug gelegt.

‍Das Auge ist hoffnungslos überfordert mit all den Farben und Geschnörkel.

‍Neue Moschee

‍Für die neue Moschee müssen wir mehrere Anläufe nehmen, wir haben die Gebetszeiten noch nicht verinnerlicht und die Moschee ist dann für die Besichtigung geschlossen. 

‍Leider haben von all der Herrlichkeit die muslimischen Frauen nichts. Sie müssen wie die armen Büßer ganz hinten, noch dazu hinter Holzwänden beten. 

‍Auch außerhalb der offiziellen Gebetsstunden sind Gläubige zum Beten hier.

‍Sie heißt nicht nur Neue Moschee, sie ist auch neu.  Hier bröckelt nichts.

‍Flops - Der Große Basar

‍Der Große Basar entpuppt sich als einziger Touristen-Nepp. Die Marktgebäude sind beeindruckend, die Geschäfte sind es nicht.

‍Der Gewürzbasar oder Ägyptischer Basar gefällt uns ganz gut, ganz authentisch ist auch er nicht mehr. Ein kleiner Basar im Stadtteil Fener gefällt da uns viel besser. 

‍Aber jetzt sind wir schon mal hier. Jetzt wollen wir doch was kaufen! Marina lässt sich auf dem Arasta Basar, gleich an der Blauen Moschee, in ein Teegespräch verwickeln. Ganz schnell haben wir alle drei einen kleinen Pappbecher mit diversen Tees in der Hand. Probieren kostet nichts - wird uns versichert! Alle sind süß, aber ist das Zucker? Schmeckt irgendwie wie Süßstoff. Es ist Stevia! Heißt auf deutsch Süßkraut oder Honigkraut, also alles natürlich. Wir bekommen zum Beweis jeder ein getrocknetes Steviablatt auf die Hand und können es ausprobieren. Zum Schluss kaufen wir Tee. Eine 500g-Tüte voll kosten ein kleines Vermögen! 

‍Wir schauen uns an - lachen - das ist uns das Vergnügen jetzt wert!

‍Aber manchmal sieht der Nippes ja gut aus.

‍Der Große Basar: Tolles Gebäude, hoffnungslos mit touristischem Nippes überfüllt.

Frisch gepresster Granatapfelsaft, Gewürzburgen, getrocknete Früchte, Nüsse - vieles erinnert uns an den letzten Urlaub in Marokko. Dann ein DHL.-Auslieferung mit Sackkarre. Nach dem Marktgang ein bisschen chillen am Goldenen Horn.

HIDDEN Diashow demnächst 

Slideshow

07/05/2026

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