Heulsusen-Park
Rechtzeitig bei unserer Ankunft im Nationalpark Mtirala fängt es an zu schütten wie aus Kannen. Der Nationalpark muss seinem Namen wohl alle Ehre machen: Mtirala heißt Heulsuse! Es regnet hier 4450 mm pro Jahr, das ist fünfmal mehr als in Deutschland. Weitere zehn Minuten später blitzt, donnert und hagelt es. 😳
Aber wir sind gutes Mutes, denn der Wetterbericht lag bis jetzt immer richtig. Es wird bald aufreißen und wir werden uns drei unserer vier Kleiderschichten vom Leib rupfen!
Für Overlander: Die Anfahrt ist über weite Strecken einspurig, hat einen Felsüberhang und wird nach starken Regenfällen von Erdrutschen und Abbrüchen heimgesucht. Höher als 3,40 m hätte unser Auto nicht sein dürfen, denn genau am Felsüberhang war die Straße auf der anderen Seite weggebrochen.
Wasserfall - nur für Schwindelfreie
Kurze Zeit später hängen wir in einer wackeligen Holzkabine am Seil überm Fluss und kurbeln uns am Steuerrad auch noch selbst hinüber. Sechs Lari fürs Selberdrehen, Rückfahrt ist inbegriffen. Das alles nur, um einen weiteren Wasserfall zu sehen.
Im Gegensatz zu allen Wanderungen in der Türkei, sind wir heute nicht allein. Einige Georgier knattern nicht durch die Landschaft, sondern erwandern sich ganz bescheiden den Wasserfall zu Fuß.
Zip-Line und Rope Park
Soweit die unberührte Natur, jetzt kommen wir zum Knattern. Wir wunderten uns schon bei der Anfahrt das Chakvistskali Tal hinauf, wieviel Reklame für Unterkünfte und Restaurants leuchten und blinken. Wir hatten im Tal eher „Natur pur“ erwartet. Vom Plakat herab zeigt ein überdimensionaler Araber mit Turban seiner verschleierten Frau mit Kind die schönen Berge. Araber sind neben den Einheimischen eine Zielgruppe hier, genau wie in der Türkei. Diese grüne Bergwelt muss einen, der aus der Wüste kommt, ja auch vollkommen in Verzücken versetzen. Aber Natur allein genügt nicht. Der Nationalpark Mtirala wirbt mit dem Untertitel - Zip-line and Rope Park.
Und so warten im ganzen Tal Zig Ziplines und fein säuberlich am Straßenrand aufgereiht Hunderte von Quads und Buggies auf Kundschaft.
Schlammfahrt in Rosa und Weiß
Noch hören wir das letzte Donnergrollen, da wummert ein Bass und vier Mercedes-Sprinter werfen ihre Ladung aus. Im Gucci-Outfit steigt so manches Mädel aus, rosafarbener Wollumhang mit passender Handtasche. Die Jungs sehen nicht viel besser aus, weiße Hose, weiße Schuhe. Drumherum: Matsch. Schlamm. Urwald.
Tarzanschreie hallen durch die Luft, die ersten hängen an der Zipline. Die anderen steigen, noch rosa und weiß, mutig in die Buggies. Die Motoren knattern und heulen immer wieder auf. Das ist voll cool, eh!
Die absolute Outdoor-Überraschung wartet im Wald am Wendepunkt der Buggy-Fahrt: Man schießt auf bunte Luftballons…
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