Reiseübersicht Ruanda

Die Einreise erledigen wir in kürzester Zeit ohne jede Diskussion oder dumme, hausgemachte Probleme, wie wir sie nun schon so oft erlebt haben. You are most welcome! begrüßt uns der ruandische Grenzpolizist - ein netter Empfang.

Bereits während der ersten Stunden erleben wir eine Besonderheit von Ruanda, die uns später noch zu schaffen machen wird. Das Land hat die höchste Bevölkerungsdichte in ganz Afrika, doppelt so hoch wie in Deutschland und das ohne eine wirklich große Stadt, von Kigali einmal abgesehen. Eigentlich ist das ganze Land ein riesiges Flächendorf ohne einen einzigen menschenleeren Fleck. Die erste Kaffeepause wird dann auch schon sehr lebhaft. Nach Minuten sind wir von zig Kindern umgeben, die keine Distanz akzeptieren. Wir sind eine willkommene Abwechslung im Dorfalltag und das iMobil wirkt wie ein Raumschiff vom Mars.

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Fischer-Idylle am Lake Kivu: sie singen beim Rudern

Bei Gisenyi erreichen wir den Lake Kivu, für viele der schönste See Afrikas. Und auch wir sind sehr angetan. Und wir sind verblüfft über den Ort, der einem mondänen Badeort in Norditalien nicht nachsteht. Hier, unmittelbar an der Grenze zur DR Kongo, sehen wir auch einen (selbstverständlich abgedunkelten) Mercedes S600 mit kongolesischem Kennzeichen. Ein Waffenschmuggler? Ein Menschenhändler?

Mit dem See immer in Sichtweite folgen wir dem Kongo-Nile-Trail in Richtung Süden. Er führt an der Wasserscheide zwischen dem Kongobecken und dem Niltal entlang und eröffnet spektakuläre Ausblicke auf den See. Für die ersten 85 km brauchen wir auf schlechter Piste allerdings vier Stunden. Danach ist die Straße sehr gut ausgebaut, aber der Charme leidet ein wenig darunter.

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„Fjordlandschaft" am Lake Kivu

An der Südspitze des Lake Kivu liegt der Nyungwe National Park, der den ältesten tropischen Bergregenwald Afrikas schützt. Wir holen hier unsere Wanderungen durch die grandiosen Wälder nach, die wir in Uganda ausgelassen haben. In der Gegend liegen auch die am weitesten entfernten Quellen des Nils, die wie alle Nilquellen in den Viktoriasee entwässern!

Auf dem Weg nach Kigali besuchen wir eine der Gedenkstätten, die an den Völkermord in den 90er Jahren erinnern. Fast 1 Mio Menschen sind bestialisch geschlachtet worden. Die UN und französische Truppen haben viel zu lange tatenlos zugeschaut, eine Tatsache, die bis heute die internationalen Beziehungen belastet. Wir stehen vor den historischen Beweisstücken und können nur noch schlucken. Während der Weiterfahrt bis in die Hauptstadt reden wir nicht viel.

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Für uns eine Augenweide: die grüne Haut der Teeplantagen

Kigali ist eine angenehme Stadt, was für Afrika eine krasse Ausnahme ist. Dennoch füllen wir hier nur die Vorräte auf und reisen am nächsten Tag über die Grenze nach Tansania aus.

Uganda und Ruanda waren für uns deutlich „exotischer“ als Tansania und Kenia. Es gibt kaum Touristen und das Reisen ist etwas anspruchsvoller. Dennoch sind wir froh, dass wir diese Schleife rund um den Viktoriasee gedreht haben, denn wir wurden mit einmaligen Reiseeindrücken belohnt.

In Tansania, unmittelbar nach der Grenze, empfängt uns 1000 km Buschland auf dem Weg nach Süden entlang des Tanganyika Sees. Wildnis und Einsamkeit pur - welch ein krasser Gegensatz zur dicht besiedelten Kulturlandschaft Ruandas! Schön, dass wir so etwas hautnah selbst erleben können.


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