Südl. Kaukasus

Alles selbst erlebt! Im südlichen Kaukasus.

Georgische Heerstraße - der Brenner über den Kaukasus 

Das Georgisch-Russisches Freundschaftsdenkmal liegt an einem spektakulären Aussichtspunkt auf einen Canyon, nur wenige Meter vom Kreuzpass, immerhin noch auf 2300 m.

GPS: 44.2923, 44.4529

Neuer Rekord: Für 7 km Luftlinie fahren wir 170 Kilometer

Dass man lange Wege entlang von Flusstälern und viele Höhenmeter mit dem Auto zurücklegen muss, um in ein Nachbartal zu kommen, gut. Aber das ist neuer Rekord!

Unsere Wanderungen kommen sich tatsächlich bis auf sieben Kilometer Luftlinie nah - einmal von Rokha, einmal von Juta aus. Ein „kleiner Hike“ über einen verschneiten Pass könnte die Strecke überbrücken. Mit dem Auto legen wir sage und schreibe 170 Kilometer zurück! 

Die Frage ist noch: Wer braucht länger, der Bergsteiger oder wir?


‍Die Heerstraße - Brenner oder Offroad?

‍Mal wieder glauben wir die Georgische Heerstraße, Hauptverbindungsstraße zwischen Georgien und Russland und sozusagen der „Brenner“ des Kaukasus, wäre eine Art Autobahn. Hier ein Beweisfoto, dass das nicht ganz stimmt - und das ist nicht das fürchterlichste Stück der Strecke! Wir fahren Zick-Zack und Schlangenlinien und ein uns entgegen kommender WoMo-Fahrer ist mit seinen Nerven offensichtlich am Ende und bleibt einfach mitten auf der Straße stehen. Vor dem nächsten großen Schlagloch und schaut in den Abgrund 😳

‍Immerhin wird gebaut. Die Chinesen sind aktiv, und treiben einen Gotthardttunnel in den Berg. Auf die Georgisch-Chinesische Freundschaft!


‍Seltsamerweise gibt es 20 Kilometer nach (!) der Einreise aus Russland auf der georgischen Seite kilometerlange LKW-Schlangen. Wir vermuten, die verbringen dort Tage…

‍Von Teer nichts mehr zu erkennen - weite Strecken der Georgischen Heerstraße.

Touristischer Hotspot

Trotz des schlechten Zustands ist die Heerstraße nach Stepantsminda ein touristischer Hotspot und ein begehrtes Tagesausflugsziel ab Tbilisi: Die Festung Anauri, das Georgisch-Russische Freundschaftsdenkmal, der Kreuzpass mit dem Friedhof von deutschen Kriegsgefangenen, der Skiort Gudauri (hässlich) und Stepantsminda (ebenso hässlich) mit der Gergetier Dreifaltigkeitskirche. Nicht zu vergessen die vielen Souvenirstände mit „Halal Honig“, Pelzkappen und aufgefädelten Walnüssen in Gummibärchenteig.

Da wir nicht über die Grenze nach Russland fahren, ist die Georgische Heerstraße für uns ein Stichweg: Zhinvali Stausee - Stepantsminda hin und zurück.


Friedhof deutscher Kriegsgefangener auf dem Kreuzpass

Georgisch-Russisches Freundschaftsdenkmal

Klar verteilte Rollen: Mütterchen Russland umarmt ihren Sohn Georgien. 

Man kann sich auf der drehenden Plattform (letztes Foto) zu fetziger Musik ein Filmchen von sich drehen lassen, unter dem Denkmal am Abgrund speisen, sich auf dem Sessel vor dem Abgrund ablichten lassen oder einen Tandemflug über dem Abgrund machen. Dass man sich inzwischen den Chinesen zugewandt hat, tut dem ganzen keinen Abbruch. 

‍Gergetier Dreifaltigkeitskirche

‍Das einzige, was uns an Stepantsminda gefällt, liegt eigentlich schon in Gergeti - die Dreifaltigkeitskirche hoch über dem Tal. Dort darf man übernachten mit Blick auf Kirche und Kazbek. Das beschert unglaubliche Ausblicke: Auf den mystischen Kazbek bei Sonnenuntergang und auf die Kirche ohne Touristen am Morgen.


Dreifaltigkeitskirche ohne Besucher am frühen Morgen.

16-21/06/2026

©       Wroblowski / Zängerlein