Im Sno-Tal zum Chauki-See
Eine Erdrutschzone vor Juta macht die Wanderung zum Chauki-See etwas länglich. Insgesamt kommen 19 Kilometer und 900 Höhenmeter zusammen. Ganz ohne Jammern - denn wir sind inzwischen gut an die Höhe angepasst und eingelaufen. Außerdem lässt der Anblick der zackigen Gipfel die Anstrengung vergessen. Uns erinnert es ein bisschen an die Dolomiten, obwohl man diesen Vergleich wohl eher für die Berge in Swanetien verwendet.
Für Overlander und Wanderer:
Wir übernachten am ersten großen Verbotsschild zum Weiterfahren vor Juta. Es gibt eine „nicht passierbare“ Erdrutschzone, rechts und links davon haben sich die Taxis aufgereiht, „Taxi, Taxi!“. Die eigentliche Erdrutschzone von 200 m muss man zu Fuß queren, nur Einheimische und Russen fahren durch. Mit je zwei Taxifahrten auf Hin- und Rückweg lassen sich insgesamt etwa 8 Kilometer und 400 Höhenmeter sparen.
Für uns Wanderer wird dann eher der Wasserstand des Chaukhi-Flusses eine Herausforderung. Wir haben ein sehr regenreiches Frühjahr. Die einzige Brücke hängt halb weggerissen im reißenden Bach. Darüber balanciert man auf die andere Seite. Die vielen eingezeichneten Furten in der Karte sind - überflutet! Wir machen einen langen Umweg, um endlich beim „Basiscamp“ über den Bach zu kommen.
2 Täler - 2 Welten
Im Sno-Tal haben wir den Eindruck, dass wir gerade noch zum rechten Zeitpunkt gekommen sind. Überall wird wie verrückt gebaut. Die ersten Quads warten auch auf die Touristen, bisher gibt es nur Pferde, die die Müden auf den Berg bringen. Das Tal ist gut zugänglich und wird über Social Media Kanäle gut beworben - das erfahren wir von zwei jungen Niederländern. Wanderer aus aller Herren Länder sind unterwegs.
Das Nachbartal bei Rokha und das noch abgeschiedenere Shatili-Tal, aus denen wir kommen, sind dagegen noch „Geheimtipps“. Obwohl wir dieses Wort nicht gern benutzen, denn wenn es in Reiseführer erwähnt wird und wir es besuchen, dann ist es ja nicht mehr geheim…
Aber während ein Taxifahrer im Sno-Tal für 1,5 (!) Kilometer 17 EUR verlangt - wir lehnen dankend ab und gehen das Stück zu Fuß - , laden uns bei Rokha zwei junge Leute einfach in ihr Auto, weil es zu regnen beginnt.
17/06/2026
REISE April - Juli 2026
Einzelrouten, Fakten, Mit dem Camper unterwegs