Südl. Kaukasus

Alles selbst erlebt! Im südlichen Kaukasus.

Davit Garedsha - Kloster in meditativer Umgebung

Kloster Dawit Garedsha am Berg Udabno. Hundert Meter weiter verläuft die Grenze zu Aserbaidschan. 

GPS: 40.4474, 45.3767

Das sind die Anblicke, die man nicht nur sieht, sondern fühlt. Die Hügel sind mit grünem Samt überzogen und nach einem heftigen Regen in Nebelschwaden gehüllt.

‍Meditative Landschaft

‍Die Anfahrt von Tbilisi zum Kloster Davit Garedsha (Dawit Garedscha), dem ältesten Kloster Georgiens, führt durch die ostgeorgische Steppe. „Teheran“ steht auf einem Hinweisschild - das hätten wir heute morgen auch nicht gedacht, dass wir dieser Richtung folgen würden. Aber wir biegen rechtzeitig ab! 

‍Als wir in der Nähe des Klosters übernachten, sind wir uns einig, der Ausflug hat sich schon allein wegen der Landschaft gelohnt. 

‍In den Drakensbergen hat eine Frau vor vielen Jahren zu uns gesagt: „Ihr müsst im Frühling wieder kommen, dann sind die Berge mit grünem Samt überzogen.“ Das haben wir damals gemacht und waren begeistert. 

‍Hier beim Dorf Udabno sind die Hügel auch mit grünem Samt überzogen, direkt vor uns ein ebenso grüner Canyon. Die Mönche haben sich eine meditative Umgebung ausgesucht - und das im 6. Jahrhundert. Zum Sonnenuntergang kommt eine junge Frau aus Udabno drei (!) Kilometer zu unserem Übernachtungsplatz gelaufen, setzt sich auf einen Stein und schaut in die Landschaft. Nicht nur auf uns wirkt die Landschaft meditativ. 


‍Zimmer mit Ausblick, nennen wir das. So sieht es vor dem Regen aus.

‍Vom Canyon aus muss man unser Auto schon suchen.


‍Kloster Davit Garedsha

‍Das kleine Kloster Garedsha ist für uns wesentlich beeindruckender sehr als die große Höhlenstadt Vardzia. Auch im Kloster wurden kleine Höhlen in den steilen Felswänden als Kammern benutzt. Zusätzlich „hängen“ steinerne und hölzerne Anbauten am Fels. Tauwasser wird in Rinnen an den Felsen gesammelt und in Zisternen geleitet. So kann man in der regenarmen Gegend überleben. Asketisch!

‍Wie schon die Altstadt von Tbilisi steht auch das Kloster seit 2007 nur auf der Vorschlagsliste zum UNESCO-Welterbe. Es gibt wohl noch einiges zu tun für eine endgültige Aufnahme. 

‍Das Klostergelände grenzt direkt an die aserbaidschanische Grenze. Wir kommen bei der Anfahrt bis auf 40 Meter heran.

‍Jede Felsnische ist genutzt.

‍Wasserrinne im Fels mit Zisterne am Fuß.

Georgische Schnörkel überm Portal - immer wieder kurios.

Regenbogenberge

Was in keinem Führer oder Wikipedia-Eintrag erwähnt ist: Die Mönche blicken aus dem Fenster auf von uns so genannte Regenbogenberge. Nicht ganz so bunt wie die in den Anden, aber mit dem Frühjahrsgrün und den blühenden Büschen sehr gut in Szene gesetzt.

10/06/2026

©       Wroblowski / Zängerlein