Südl. Kaukasus

Alles selbst erlebt! Im südlichen Kaukasus.

Kleiner Kaukasus - Wandern von Kloster zu Kloster und Schlucht zu Schlucht

Das ehemalige „Wehrkloster“ Akhtala der Armenisch Apostolischen Kirche. Verwunschen schön!

GPS: 41.1506, 44.7645

Kloster Akhtala - Highlight-Kloster Nr. 1

Nach dem reibungslosen Grenzübergang fahren wir entspannt in Richtung Kloster Akhtala, unserem ersten Ziel, und können noch am gleichen Tag abends ganz ohne Reisebuspublikum die Anlage auf uns wirken lassen. 

Wir finden das Kloster so anders, vielleicht weil alles so wild außen herum wächst, vielleicht weil so alt (die Daten reichen vom 10. Jahrhundert bis zum 13. Jahrhundert mit Vorgängerbauten aus dem 5. und 7. Jahrhundert), dass wir es am nächsten Morgen bei besserem Licht gleich noch einmal besichtigen, wieder ohne viel Publikum. 

‍Um das Kloster Akhtala sind zahlreiche Kreuzsteine, Chatschkare, original nachgebildet.

‍Baumpflanzprojekt im Klostergarten.

‍Drinnen sieht alles noch sehr original aus.

‍Nationalwanderweg Armenien I

‍Der Nationalwanderweg Armeniens startet im Norden am Kloster Akhtala. Da müssen wir gleich mal ausprobieren, wie es sich läuft hier. 

‍Antwort: Genau wie im Thüringer Wald! Wir laufen durch Wald und Wiesen und die Vegetation reicht von Schafgarben, Klee, Kamille bis Brombeergebüsch. Es wächst einfach alles, was es bei uns auch gibt. Auch Haselsträucher und Walnussbäume. Nur die Maulbeerbäume sind etwas fremd. Wir sind eben doch nicht im Thüringer Wald, sondern im Kleinen Kaukasus.

‍Wir schauen von weit oben in die Debed Schlucht, kehren dann um. Wieder an der halben(!), toten Schlange ohne Kopf vorbei. Die entpuppt sich im Nachhinein als Panzerschleiche - vollkommen harmlos wie eine Blindschleiche, aber bis zu 1,20 m lang und dick wie eine Kobra. 😳

‍Dann haben wir das erste sehr witzige Google-Translate Gespräche mit zwei zehnjährigen Brüdern. Klappt mit armenisch viel besser als mit georgisch!

‍Maulbeerbäume, auf dem Boden liegen schon die reifen schwarzen Beeren.

‍Kloster Haghpat - Nationalwanderweg Armenien II

‍Der armenische Nationalwanderweg begleitet uns auch die nächsten Tage, denn er windet sich von Kloster zu Kloster. 

‍Wir wollen die beiden Welterbeklöster Haghpat und Sanahin besuchen und legen unseren Übernachtungsplatz in die Mitte, sodass wir auf dem Nationalwanderweg mal das eine, mal das andere Kloster erwandern können. 

‍Guter Plan, klappt leider nicht. Denn der Wanderweg windet sich nicht nur von Kloster zu Kloster, sondern auch von Schlucht zu Schlucht. Und da merken wir, dass zum Wandern im Kleinen Kaukasus, durchaus auch mal ein alpiner Klettersteig gehört. Nicht umsonst nennt man die Gegend auch „Armenische Schweiz“.

‍Nach drei maroden Eisentreppen und dem Blick auf eine hundert Meter senkrecht abfallenden Wand reicht es mir. Wir drehen unverrichteter Dinge um. 

‍Das Kloster Haghpat setzen wir auf die Liste für die Rückfahrt im Herbst.

‍Blendet man den Klettersteig aus, wandern wir auch heute auf „bekannten Mittelgebirgspfaden“ - Laubwälder durchsetzt mit bunt blühenden Frühjahrswiesen. Fast sieht es aus, als ob jemand ein Päckchen „Wildblumenwiese“ ausgesät hat.

Eine von mehreren Schluchten auf der Wanderung.

‍Kloster Sanahin - Highlight-Kloster Nr. 2

‍Zusammen mit dem Kloster Haghpat gehört das Kloster Sanahin zum Welterbe. Das Kloster wurde 966 gebaut und es besticht durch seine aufwändigen Details; Grabplatten auf dem Boden, sehr unterschiedlich groß, sehr unterschiedlich verziert, manche so klein, dass sie wie Pflastersteine aussehen. Jede Säule, jedes Fenster und sogar jeder Stein einer Kirchenwand mit besonderen Verzierungen, die sich alle voneinander unterscheiden. Nichts wiederholt sich. Jeder Künstler hat sich individuell verewigt.

Grabsteine auf dem Boden. Sind die Toten abgebildet?

Kloster Haghartsin - Das meist besuchte

Wie schon so oft sind die meist besuchten Spots nicht unbedingt die schönsten. Sie sind nur gut mit Bussen erreichbar. 

So auch das Kloster Haghartsin. Hauptattraktion für uns ist die gerade stattfindende Hochzeit. Wir machen Feldstudien bei Braut (perfekt!), Bräutigam und Hochzeitsgesellschaft. Weiterhin sind drei Fotografen, eine Maskenbildnerin und ein Fahrer mit russischem Rolls Royce anwesend. War interessanter als die Kirche …


Zusammenfassung:

Highlights für uns waren die Klöster Akhtala und Sanahin.

Haghartsin würden wir nicht noch einmal besuchen.

Haghpat haben wir auf die Liste für die Rückfahrt im Herbst aufgekommen. 


24/06/2026

©       Wroblowski / Zängerlein