Versteinerte Wälder in patagonischem Sturm

150 Millionen alter Baumstamm vor grandioser Landschaft - nicht zu toppen!

Nach dem Cabo Dos Bahías liegen noch mehr als 1200 Kilometer vor uns bis zur Grenze von Feuerland, aber inzwischen haben wir uns tatsächlich schon an die Entfernungen in Patagonien gewöhnt. Auf unserer Strecke nach Süden liegen zwischen den etwas größeren Städten Caleta Olivia und Puerto San Julián auf 350 Kilometern tatsächlich nur zwei kleinere Siedlungen mit Tankstellen. Dazwischen fahren wir mal wieder durch Pampa. Wir freuen uns, wenn die topfebene Fläche für ein, zwei Stunden durch eine Hügellandschaft unterbrochen wird. Das ändert aber nichts daran, dass die Vegetation karger, die Besiedlung dünner, der Wind rauer und die Straße schmaler wird. 

Rechts und links fahren wir hunderte von Kilometern an Weidezäunen vorbei, allerdings um genau ein Rind und nur vereinzelt Schafe zu entdecken. Nur Guanakos scheinen aus dem struppigen Buschwerk noch genug Nahrung herausquetschen zu können. Sie sind überall entlang der Ruta Nacional 3 zu sehen.

So selten wie die Rinder, werden die Bäume - es gibt keine mehr! Bei verhangenem Himmel erinnert uns die Landschaft an das norwegische Fjell, bei Sonnenschein an die Karoo. Und letzteres ist gar nicht so weit hergeholt. Vor 150 Millionen Jahre waren Südamerika und Afrika noch ein Kontinent - Gondwana.

Rundherum kein Baum, kein Strauch - nur struppiges Gras und Wind.

Um diesen Teil der Erdgeschichte besser zu verstehen, fahren wir zum Monumento Natural y Parque Nacional Bosques Petrificados etwas südlich von Jaramillo. In Namibia haben wir gelernt, dass die versteinerten Wälder entstanden sind, bevor Afrika und Südamerika begannen auseinander zu triften. Das heißt, die Bäume des Gondwana Cañon Parks in Namibia und Jaramillo standen einst direkt nebeneinander - echt spannend!

Tatsächlich finden wir die Baumstämme hier bei Weitem beeindruckender als die anderen versteinerten Wälder, die wir bisher in Afrika und Nordamerika besucht haben. Außerdem sind der zwei Kilometer lange Rundweg mit den Informationstafeln sowie das kleine Museum sehr gut aufgebaut und der Ranger äußerst nett. Nur …

… das Wetter setzt unserem Rundgang ein jähes Ende. Schwarze Wolken hetzen uns den Pfad entlang und Windböen von 100 km/h peitschen uns klitschnass zum Museum zurück. Uff!


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