„Wind an“ am Lago Lolog

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Heute 26°, morgen 16°C - das patagonische Wetter hat uns wieder.

Als wir am Sonntag über den kleinen Grenzübergang Mamuil Malal fahren, müssen wir echt schmunzeln. Auf chilenischer Seite haben wir bis zur Grenze wunderbare Teerstraße, in Argentinien geht sie abrupt in Schotter über. Erst ein paar Kilometer später fängt die Teerstraße wieder an. Was wollen uns die Argentinier damit mitteilen?!?

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Der Straße führt mitten durch einen schönen Araukarienwald. Steht ein Baum im Weg, dann teilt er sich und führt in zwei Spuren rechts und links an der Bauminsel vorbei. Man nimmt Rücksicht auf die schönen Bäume, denn schon 10 Kilometer später ist es mit der Herrlichkeit vorbei. Nackte Felswände rechts und links, im Tal nur noch vereinzelt Pinien. Gebüsch und verdorrtes Gras bestimmen das Bild. Vom satten Grün auf Chiles Seite ist nichts mehr zu spüren. Die Pazifik-Wolken haben sich an den Anden abgeregnet, auf argentinischer Seite kommt kaum etwas davon an. Selbst der von Westen so schöne Vulkan Lanín mit seinem schwarzen Sockel und der weißen Krone aus Schnee zeigt sich auf der Ostseite nur noch einheitlich grau und felsig.  Die Landschaft bleibt abwechslungsreich während der nächsten Tage. In den Andentälern üppig grün mit vielen Seen und Flüssen, auf den Bergen Steinwüste und Schnee und in der Ebene gelbe trockene Graslandschaft.

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Da wir für den Grenzübergang nach Argentinien ein weiteres Mal Obst, Gemüse, Salat sowie Eier und frisches Fleisch „verarbeiten“ oder aufessen mussten, sind wir recht abgebrannt und steuern die nächste Kleinstadt Junín an. Mit der Vegetation hat sich auch das Klima geändert: es ist heiß und trocken, mit 33°C in der Stadt kaum auszuhalten. Genial, dass wir neben einem Supermarkt unsere neue „Lieblings-Eisdiele“ finden. Nach amerikanischer Manier müssten wir jetzt sagen: the best ever! 

Bei diesem herrlichen Badewetter beginnen wir gleich nach Junín mit unserer selbst definierten Seen-Route, dem Lago Lolog. Sonne, Wochenende, Ferien - da kommt selbst der letzte Argentinier aus seinen vier Wänden, und wir finden entlang des Sees ein Auto am andern. Wir fahren fast 10 Kilometer zu unserem „abgeschiedenen Bush Camp“, aber selbst hier ist es ausgebucht. Alle Generationen springen durcheinander, Grillfeuer rauchen und Hängematten baumeln unter Bäumen. Erst gegen Abend lichten sich die Reihen und übrig bleiben wir - ganz allein. Was für eine Idylle! Endlich schaltet auch mal wieder jemand den Wind an - was wir in Chile ganz vermisst haben. An der Wäscheleine hängen tanzende Gespenster im Wind.



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