Chacabuco Tal und Schafe

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Ab und zu eine Ausweichstelle lässt auch zwei LKWs aneinander vorbei kommen.

Carretera Austral

Die Carretera Austral zu bereisen gilt schon als Abenteuer an sich, Tipps für die schmale Schotterpiste mit Schlaglöchern, engen Kurven und starkem Gefälle sind in jedem Reiseführer obligatorisch. Wir werden sehen … und peu á peu berichten. 

Die Piste beginnt im Norden bei Puerto Montt und endet im Süden bei Villa O’Higgins und ist damit 1200 km lang. Erbaut wurde sie im Wesentlichen in den 70er Jahren von politischen Strafgefangenen Pinochets, der damit den Süden des Landes für mögliche militärische Aktionen gegen Argentinien erschließen wollte. Die Trassenführung geht abenteuerlich durch die zerklüftete Fjordlandschaft mit senkrechten Felswänden, Gletschern, Wasserfällen und über gewagte Pässe. Es müssen Genies am Werk gewesen sein als der Wegverlauf festgelegt wurde. Dennoch gibt es vier Fähren auf der Strecke - dort, wo es unmöglich war, die Anden per Straße zu überwinden. Die Arbeitsbedingungen waren brutal, nur wenige Gefangene haben überlebt. Auch heute noch wird ständig gebaut und repariert, allerdings mit modernen Maschinen.

Wir steigen bei Cochrane im Süden ein, das ist 200 km vor dem südlichen Ende der Carretera Austral in Villa O’Higgins, und von Cochrane aus fahren wir die verbleibenden 1000 km nach Norden bis Puerto Montt. Tatsächlich werden es mit allen Abstechern nach links und rechts mehr als 1500 km werden und zusätzlich zu den zwei planmäßigen Fähren werden wir zwei weitere Fähren nehmen müssen, um die zur Zeit gesperrten Streckenabschnitte auf dem Wasserweg zu umfahren. Aber das alles wissen wir noch nicht, als wir in Cochrane die Tanks und Vorratskisten füllen. Wir sind echt neugierig, was auf uns zukommt! (—> Route Carreterra Austral)


Chacabuco-Tal: die Landschaft wird grün und in den Senken wachsen die ersten Bäume.

Chacabuco Tal

Über den Paso Roballos reisen wir über den Anden-Hauptkamm von Argentinien nach Chile ein und landen im Valle Chacabuco - ein Erlebnis, wie wenn man nach dem St. Gotthard in Airolo ankommt: nach nur 20 km ist es auf chilenischer Seite viel wärmer, der Sturm hat sich gelegt, die Landschaft wird allmählich grün, überall fließt oder steht das Wasser, das Gras und die Blumen wachsen höher und es gibt seit langem wieder richtig hohe Bäume.

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Klima und Vegetationswandel innerhalb von 20 km über den Paso Roballos von Argentinien nach Chile.

Genug zu fressen für große Guanakoherden, die hier seit 2004 wieder frei weiden dürfen und die Schafe verdrängt haben. Mittlerweile ist das idyllische Chacabuco Tal schon für seine Guanakoherden bekannt und dass hier ein Nationalpark entstehen soll, müssen wir nicht erst lesen. Picknickplätze, Aussichtspunkte, Info-Tafeln sind schon präpariert - nur leider ist noch alles mit Ketten abgesperrt.

Weiter vorne im Tal glauben wir zunächst unseren Augen nicht zu trauen: Hunderte von Schafen stehen dicht beieinander auf einer Wiese wie die Statuen auf der Stelle und scheinen sich nicht zu rühren. Erst bei genauerem Hinsehen merken wir, dass sie fressen. Henkersmahlzeit vor der Schur. 

Ob sie schon ahnen, was sie ein paar Tage später erwartet?

Wenige Kilometer weiter biegen wir zum ersten Mal auf die Carretera Austral

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Nach einem kurzen Abstecher Richtung Süden nach Cochrane, wo wir unseren kaputten Reifen reparieren lassen, Heike von einem Polizisten geküsst wird und ein ganz besonderes Einkaufserlebnis auf uns wartet (mehr unter Kuriositäten), fahren wir die berühmte Traum-Straße in Etappen Richtung Norden. 

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