Cerro Castillo und die Radfahrer

Nomen es Omen - der „Burgberg“ Cerro Castillo.

Puerto Rio Tranquilo - Cerro Castillo

Zurück auf der Carretera Austral geht es weiter Richtung Norden nach Villa Cerro Castillo. Die Straße ist in diesem Abschnitt deutlich breiter, doch Schlagloch an Schlagloch, Wellblechpiste und die starke Seitenneigung machen das Fahren mühsam. 35 km/h mehr ist nicht drin. Damit sind wir aber immer noch etwas schneller als die vielen Fahrradfahrer, die uns auf der Carretera begegnen. Sie gilt als „die“ Herausforderung für Fahrradreisende, was wir bei den oft grobschlottrigen, Schlagloch-übersäten, mal staubig, mal glitschig-matschigen Abschnitten mit viel Respekt anerkennen. Spaß kann es nicht immer machen, von den Staubwolken der Autos eingepudert zu werden, um sich anschließend die schrotterigen Steigungen mal bei dampfenden 25°, dann bei Regen hinauf zu quälen. Das lesen wir an den nicht gerade entspannten Gesichtern ab. Aber ab und zu winken uns doch welche fröhlich zurück. Das sind die echten Freaks! 

Peter quälte schon länger das Mitleid mit den Radfahrern, die wir in Patagonien gegen den Wind haben kämpfen sehen. Ob denen wohl unser Cappuccino schmecken würde? Es wird kein Cappuccino, sondern ein Glas Rotwein - das junge Pärchen, das irgendwann abends bei uns in der Kabine sitzt, kommt nämlich aus Frankreich. Sie sind mit dem Zelt unterwegs, in das sie zwei Stunden später bei 12°C und Nieselregen kriechen. Oh, was lieben wir den Luxus unseres iMobils in solchen Momenten!

Sehr typisch: „Rharbaber“ am Straßenrand. Noch typischer: breite Täler, viel Wasser, steile Hänge, tiefe Wolken.

Der Abschnitt bis Cerro Castillo ist landschaftlich wieder besonders abwechslungsreich. Wir fahren mitten durch üppigen Regenwald und sehen Gebiete mit abgestorbenen Bäumen, die bei einem Ascheregen der nahe gelegenen Vulkane in Mitleidenschaft gezogen wurden. Die Schönheit der Bergwelt über uns können wir allerdings nur erahnen, denn durch die tief hängenden Wolken sehen wir nicht sehr viel. Wir beschließen an einem Kieselstrand am Fluss zu übernachten und hoffen auf bessere Sicht am kommenden Tag - wir reisen(!) und haben keinen Urlaubsstress. Und staunen morgens nicht schlecht, als uns der Cerro Castillo zackig und hoch thronend über dem Tal entgegenblickt!

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