Serengeti - Migration der Gnus

Nahtlos geht die Ngorongoro Conservation Area (NCA) in den Serengeti Nationalpark über. 1959 wurden die beiden Parks getrennt, damit man den Massai die Möglichkeit geben konnte, in ihrem angestammten Gebiet um den Ngorongoro Krater wieder zu weiden und zu siedeln. Ein Nationalpark hat stärkere Auflagen. Menschen dürfen dort nicht siedeln. Für die Tiere ist das Gebiet trotzdem eine Einheit. Das Serengeti Ökosystem reicht im Norden bis über die Grenze nach Kenia hinein, dort heisst es Massai Mara NP, und im Westen fast bis an den Viktoriasee. So ergibt sich ein Gebiet so groß wie Belgien, in dem die Tiere ihren Jahreszeit-abhängigen Wanderpfaden ungestört folgen können. 

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„Siringet“ heißt in der Sprache der Massai „große endlose Weite“. Darin kaum zu erkennen: das schwarze Band des „Gnu-Treks“ . 

Wir sind wegen der Migration der Gnus hierher gekommen, die jetzt am Ende der Regenzeit beginnt. Das Gras wird langsam knapp und die großen Herden formieren sich für ihre jährliche Rundwanderung. Sie startet, wenn die Jungen, die in der Serengeti zur Welt gebracht werden, groß genug sind, den langen Weg auf sich zu nehmen, um den saftigsten Weidegründen zu folgen. Die spektakulären Szenen, wenn sich die Tiere die Steilufer des Grumeti oder Mara Flusses hinunterstürzen, um im Rachen eines lauernden Krokodils zu landen, kennt jeder aus den berühmten Serengeti Filmen.

Schon außerhalb des Serengeti NP treffen wir auf eine erste Herde. Der „große Trek“ zieht sich über Kilometer hin, die Gnus traben gemächlich in Reih und Glied. 

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Abendstimmung bei den Gnus. Es ist Ruhe eingekehrt.             Eine kilometerlange Gnuherde quert die Straße.

Als wir uns auf der Straße langsam der Herde nähern, muss die Kette kurzzeitig unterbrochen werden, um uns durchzulassen. Das löst offensichtlich eine Heidenangst aus. Die Gnus rennen rückwärts und im Kreis, das ist nicht zu fassen.

Es bricht Panik aus, als wir die Kette durchbrechen müssen. Man sieht nichts als Staub.

Erst abends kommen die Gnus zur Ruhe und grasen weit zerstreut in der Ebene. Am nächsten Morgen finden wir sie wieder dicht an dicht an einem Nebenfluss des Grumeti. Sie müssen jetzt den Fluss überqueren, aber keiner traut sich, als erstes die Böschung hinunter zu springen. Die Unruhe in der Herde ist deutlich zu spüren. Das Geblöke klingt schon ungeduldig, aber der Leidensdruck scheint noch nicht allzu groß. Die Tiere lassen sich Zeit. Wir können das Schauspiel leider nicht beobachten.

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  Drängeln am Flussufer, keiner traut sich vor.

Als wir schon den Serengeti NP verlassen haben, wartet noch eine ganz besondere Überraschung auf uns. Die berühmten „auf Bäume kletternden“ Löwen zeigen uns ihr Kunststück. 

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„Löwi“ am Straßenrand mit seiner Geliebten.                                             Sein Kollege hängt lässig in der Astgabel und schläft. 


Nachtrag; Ein paar Monate können wir das Schauspiel der Flussüberquerung hautnah beobachten, siehe Massai Mara.

© P Wroblowski / H Zängerlein 2015                                                                                                                                                          Disclaimer          Kontakt          Sitemap