Höhepunkt: Massai Mara

Mara heißt „gefleckt“,  gemeint sind die grünen Punkte - Büsche und Bäume -  inmitten der gelben Grasebene. Eine Landschaft, die uns fasziniert. Den ersten Eindruck erhalten wir schon außerhalb des Nationalparks bei einer Wanderung mit zwei Massai (Diashow). Wir starten vom Oldarpoi Camp, benannt nach dem Leberwurstbaum, der mitten im Camp steht, und von da führen sie uns auf einen nahe gelegenen Hügel mit herrlichem Blick über die Mara.

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Von den Massai wird sie nur „die Mara“ genannt - von Bäumen, Büschen, Savanne und Wolkenschatten gefleckt.

Sie entdecken für uns Elefanten, Giraffen, Zebras und erklären den Parfüm-, Zahnputz-, Mundwasser-, Taschentuch- sowie Deo-Baum der Massai. Von Letzterem reißt man sich ein paar Zweige ab, steckt sie einfach unter die Achsel und rennt dann so rum! Praktisch, was die Natur so alles bereit hält.

Die Erlebnisse im Park übertreffen unsere Erwartungen bei Weitem. Wir haben einen Übernachtungsplatz ganz allein auf einem Hügel oberhalb des Mara Flusses und können so schon beim Sonnenaufgang sehen, wo sich die großen Gnu-Herden für die Flussüberquerung sammeln. Also, Motor an und ohne Frühstück runter an die vermeintliche Stelle des großen Theaters. Dort suchen wir uns einen Logenplatz aus, bevor die Safari-Unternehmen mit den amerikanischen Touristen auftauchen. Die Wartezeit überbrücken wir mit einem ausgiebigen Frühstück, die Kameras bereits in Schussposition. 

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Wie in einem Trichter kommen die Gnus von allen Seiten zusammen.                           Die Safari-Autos rücken sich in Position.

Mehrere Stunden, wenn nicht Tage zögern die Gnus, sich ins Verderben zu stürzen. Vor und zurück bewegt sich der ganze Zug von Furt zu Furt. Verweilt und weidet. Sammelt Kraft zum neuen Anstoß und dann verlässt sie doch wieder der Mut. Wir glauben schon nicht mehr, dem Spektakel beiwohnen zu dürfen, da geht dann doch ein erstes Tier ganz langsam die letzten Meter zum Fluss hinunter und drei, vier, dann acht, zehn folgen ihm. 

Die Herde hat zum Queren eine Stelle mit Stromschnellen ausgesucht. Davor und danach warten die legendär großen Nilkrokodil-Monster im Wasser. Uns scheint, sie sind so voll gefressen, dass kein Gnu sie aus ihrer Position lockt. Aber wer traut dem schon?

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Schritt für Schritt überquert die Vorhut den Mara Fluss.                          Danach gibt es nur noch Durcheinander, …

Die ersten Gnus überqueren die Schnellen noch einigermaßen geordnet, sehen im trüben Wasser den Boden nicht, rutschen immer wieder auf Steinen ab, tauchen unter Wasser, rappeln sich wieder auf, beobachten immer wieder das Wasser rechts und links bevor sie weiter gehen und erreichen endlich das andere Ufer. Danach setzt der Herdentrieb ein und es gibt kein Halten mehr. Massen von Tieren stürzen sich gleichzeitig ins Wasser, überrennen und überspringen sich gegenseitig, landen abseits der Route in Strudeln und Löchern mit tiefem Wasser. Der Herde schiebt von hinten erbarmungslos nach, das Wasser brodelt - man kann kaum zugucken! 

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… Gemenge und Geschiebe 

Es gibt mehr tote Tiere durch Beinbrüche als durch Krokodile - kein Wunder. Der Panik nicht genug, rennen die Tiere plötzlich zurück, galoppieren wie wild im Kreis durcheinander. Eine Löwin hat sich zwischen sie gemischt und unterbricht den Trek. Sie erwischt zwar kein Opfer, aber die Tiere sind jetzt so durcheinander, dass sie erst am nächsten Tag, zwölf Stunden später erneut einen Versuch wagen.

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Eine Löwin bringt noch mehr Aufruhr in die Herde.                           Und schaut am Ende sichtlich irritiert, was sie da angerichtet hat.

Vier mal in sind wir Zeuge dieses Naturschauspieles geworden, das nur für die Gnus gut ausging. Am zweiten Tag waren Thomson-Gazellen und Leier-Antilopen im Angebot - da haben die Krokodile zugeschlagen. Im Fernsehen sieht man ja immer nur die Kurzversion des Dramas. Wir werden Zeuge der Originalfassung. Obwohl nicht zart besaitet, hat uns das ganz schön aufgewühlt. 

Hier geht’s zur  2-Minuten-Diashow Nichts für Zartbesaitete











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