Kulinarisches - eigentlich fehlt uns nichts

Neuentdeckungen in Tansania 

Tansania ist unser siebtes afrikanisches Land und so gibt es kulinarisch nicht sooo viel Neues zu entdecken. 

Außer: Wer wußte, dass in Tansania Reis angebaut wird und zwar sehr aromatischer? Der Reis um den Nyasa See (Malawi See) ist Bio-Reis und nur von den Mineralien der umliegenden Berge gedüngt. Unsere Probier-Portion war schnell aufgefuttert, aber es gibt auf allen Märkten Nachschub.

Neu ist auch, dass es einheimischen Kaffee gibt. Das Aroma nimmt es mit jedem Illy oder Lavazza auf und ist zum festen Bestandteil unserer Bordküche geworden.

(Einheimischen Tee trinken wir schon seit Südafrika - sowohl Schwarztee, als auch Rooibos. Das Rooibos Angebot nimmt jedoch nach Norden ab, dafür kommen Kräutertees in den Regalen hinzu.)

Soweit zu den neu entdeckten Genüssen, die wir auch in Kenia wieder gefunden haben. 

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Meist wird Reis direkt vor der Haustür getrocknet,                                     Beim Kaffee sieht das schon professioneller aus.
manchmal liegt er auch am Straßenrand.


Was uns fehlt in Afrika?

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Schreiben wir diesmal also auch einmal nieder, was uns fehlt in Afrika. Da müssen wir richtig überlegen, denn eigentlich sind wir bestens versorgt. Auch passen wir uns gerne den Gegebenheiten an und probieren die lokale Küche aus. Wie das Angebot an frischem Gemüse, Obst, Fleisch und Fisch unseren Speiseplan bereichert, haben wir unter den anderen Ländern ausreichend beschrieben. Nur wenn wir an ein deutsches (reichhaltiges) Frühstück denken, da hapert es etwas mit der Versorgung.

Wer hier Fleisch kauft, ist schon ein paar Monate an Afrika adaptiert. Auf den Boden oder den Hackstock schaut man trotzdem besser nicht.

Fangen wir an beim Brot. Das fehlt uns nur deshalb nicht, weil wir es selbst backen! Trocken-Sauerteig haben wir aus Deutschland importiert, Roggenmehl in Jo’Burg und Namibia gebunkert, Vollkorn-Weizenmehl und Hefe gibt es überall. Und mit jedem neuen Brot lieben wir unseren Backofen mehr :-)  Trotzdem kaufen wir natürlich das heimische Toastbrot, das manchmal aus Maismehl gebacken ist. Wenn es frisch aus dem Ofen kommt, wie in Supermärkten großer Städte, ist es eine Delikatesse. In kleineren Städtchen ist es selten ganz frisch und „J W D“ gibt es gar kein Brot mehr zu kaufen.

Mit allem, was wir so daheim aufs Brot drauf legen, wird’s nun wirklich eng.

Käse - wirklich keine Erfindung der Afrikaner. Zu unserer Überraschung haben wir nach zwei Monaten in Tansania einen würzigen einheimischen Bauern-Käselaib gefunden. Schmeckt super - vielleicht weil wir gar nicht mehr mit Käse gerechnet hatten? 

Schinken? Guten Schinken haben wir nur in Namibia gefunden (bezeichnenderweise von der „Deutschen Schlachterei Windhoek“). Den kann man hin und wieder auch in großen Supermärkten in Südafrika kaufen. Die letzte Packung hat es 4000 km bis Tansania überlebt :-)  Als Ersatz gibt es Bacon und das ergibt leckere Eier mit Speck zum Frühstück. Dennoch heißt es auch hier: zuschlagen und bunkern, wenn sich die Gelegenheit ergibt!

Das gleiche gilt für Butter und Milch. Ungesalzene Butter ist Mangelware, den allgegenwärtigen „Spread“ (Margarine) haben wir trotzdem noch nicht gekauft. Bei Milch sieht es schon besser aus. Immerhin mussten wir bisher unseren Trockenmilch-Vorrat noch nicht anbrechen.

Lachs: Ja, wir wissen, das ist dekadent, aber seit wir in Norwegen waren, ist er zu Hause ein fester Bestandteil unseres Frühstücks. Wir haben sehr gestaunt, dass man ab und zu sogar Lachs kaufen könnte, muss man aber nicht: viel zu teuer und nicht wirklich gut. 

Müsli ist natürlich immer und überall verfügbar, wenn auch teuer. Aber das ist für uns keine echte Alternative :-(


Und was wird uns daheim fehlen?

  • die besten Avocados der Welt 
  • sonnengereifte Bananen, Mangos, Papayas frisch vom Baum
  • Leckereien vom Oryx, Kudu, Springbock überm Feuer im Potje gekocht. Wild fehlt uns aber auch schon in Tansania, hier ist es streng verboten, Wildfleisch zu besitzen.
  • zum Cappuccino ein Stückchen Rusk, das ist der Cantucci-ähnliche, afrikanische Zwieback, den es in verschiedenen Varianten gibt
  • unser selbst gebackene Brot, weil wir daheim zu faul sind!
  • und natürlich der Kauderwelsch-Smalltalk mit den fröhlichen Marktfrauen  
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Und zu trinken?

Selbstverständlich trinken wir auch nur afrikanische Biersorten. Sie heißen Tusker, d.h. Elefantenbulle, Kilimanjaro und der Schnaps heißt Konyagi, hat aber mit dem französischen ähnlich klingenden Getränk so gar nichts zu tun, sondern ist eine Art Gin. Konyagi gibt es auch portionsweise zu kaufen - in Platiktütchen :-)

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© P Wroblowski / H Zängerlein 2015                                                                                                                                                          Disclaimer          Kontakt          Sitemap