Krodile am Limpopo

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Die letzten zwei Tage haben wir im Ratho Boskamp direkt am Limpopo verbracht. Mittlerweile sind wir perfekte Fährtenleser und erkennen an frisch abgerissenen Ästen und dicken fast unverdauten Haufen, dass erst vor ein paar Stunden ein Elefant im Camp war. Gut zu wissen, Vorsicht ist also geboten  - nicht nur vom Fluss, denn Krokodile gibt es bestimmt und Hippos vielleicht auch, sondern auch vom Land. Das Flussbett des Limpopo ist breit - wir schätzen 200 m. Zur Zeit ist es ziemlich ausgetrocknet und liegt vor uns wie eine große Sandbank, den Fluss sehen wir vom Camp aus noch gar nicht. Mit Pfefferspray am Gürtel (wird uns das wirklich helfen, wenn ein Hippo oder Eli kommt?) machen wir uns auf einen kurzen Spaziergang zum Fluss. Zum Ufer kommen wir allerdings nicht, die angeschwämmten Holzstämme am Ufer entpuppen sich im Fernrohr als Krokodile. Immerhin sehen wir den Limpopo etwas eingegraben in seinem Sandbett dahinfließen.

Erst am Abreisetag merken wir, dass das Camp zu einer Krokodilfarm gehört und schließen uns einer Führung an, die gerade beginnt. Authentischer kann eine Führung nicht sein, nichts wird verborgen. Zuerst sehen wir, wie die jungen Angestellten mit Körben voller toten Hühner zu den ausgewachsenen Krokodilen steigen und sie verfüttern. Bis auf ein Exemplar flüchten alle ins Wasser. Laut Führer fallen die Krokodile auf Land keinen Menschen an, im Wasser würden sie uns allerdings fressen.  Wir lernen, dass die Krok-Babies Hühner-Hackfleisch bekommen und dass sie im Alter von 3 Jahren und 45 cm Bauchumfang geschlachtet werden, um in Italien oder Korea zu Taschen und Gürteln verarbeitet zu werden. Die Führung endet im Schlachtraum: Hier werden die toten Kroks von Frauen enthäutet und mit einem Aluminiumlöffel wird die Haut sauber gekratzt. Wir verkneifen uns, im angeschlossenen Laden Krokodilfleisch zu kaufen.

12 000 Krokodile leben auf der Farm. Im Januar 2013 bei der großen Flut sind 8000 davon entwischt - alle Bassins waren überflutet. Drei Monate hat es gedauert, die Farm wieder aufzubauen, die größte Arbeit war dabei, die Krokodile wieder einzufangen. Sie waren überall zerstreut in Tümpeln und Wasserlöchern. Die Weibchen kamen freiwillig zurück durchs Tor marschiert, da sie immer an der gleichen Stelle Eier ablegen, die Männchen wurden mit Futter zurück gelockt. 

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